In "From Hell" jagt Johnny Depp den Ripper. Im Film ist es allerdings ein Arzt und kein Friseur

Aaron Kosminski: Der polnische Friseur war Jack the Ripper

09.09.2014 > 00:00

© Twentieth Century Fox

Der Fall von Jack the Ripper beschäftigte Historiker und Kriminologen seit 126 Jahren. Und jetzt haben DNA-Tests den wahren Täter enttarnt.

Der polnische Friseur Aaron Kosminski ist demnach mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Londoner Serienkiller, dem mindestens fünf bestialische Morde an Prostituierten angelastet werden.

Geschäftsmann Russell Edwards (48) erstand 2007 einen Schal, der neben einem der Opfer, Catherine Eddowes gefunden wurde. Auch wenn die forensischen Methoden vor 126 Jahren sicher nicht so akribisch waren wie heute, konnten auf dem Schal des Opfers Blut- und Spermareste gefunden werden.

Zunächst musste festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um das Blut des Opfers handelt, um festzustellen, ob der Schal überhaupt echt ist. Tatsächlich fand Edwards Nachfahren von Catherine Eddowes, die DNA-Proben zur Verfügung stellten.

Übereinstimmung! Das Blut darauf ist das von Catherine Eddowes. Aber zu wem gehören die Spermareste auf dem Schal? Könnte es nicht einfach irgendein Freier der Prostituierten gewesen sein?

Hobby-Kriminologe Edwards forschte weiter, suchte nach Nachkommen der verschiedenen Tatverdächtigen. Nach jahrelanger Suche ergaben die zahlreichen DNA-Proben endlich eine Übereinstimmung.

Die DNA auf dem Todes-Schal gehört zu Aaron Kosminski. Und er passt perfekt ins Profil. Er lebte in der Nähe der Tatorte, galt als geistig gestört und vor allem als Frauen-Hasser. Die Ripper-Morde hörten zudem auf, als er in eine Irrenanstalt gesperrt wurde, wo er 1919 mit 54 verstarb.

Zudem ergibt sich bei der Analyse des Schals selbst ein weiterer Hinweis auf Kosminski. So wie es aussieht, stammt der Schal aus Russland und wäre für die verarmte Eddowes vermutlich unerschwinglich gewesen. Es ist also sehr viel wahrscheinlicher, dass der Schal aus Russland dem polnischstämmigen Kosminski gehörte. Somit waren es wohl nicht Spermareste auf dem Schal einer Prostituierten, die wohl mehrer Kunden hatte, sondern es war ihr Blutfleck auf dem Schal eines Hauptverdächtigen.

Damit sollte das Rätsel um den Ripper wohl endlich gelöst sein. Nur eine kleine Unsicherheit gibt es noch: Es kann nicht 100 Prozentig nachverfolgt werden, ob der Schal wirklich neben Catherine Eddowes Leiche gefunden wurde. Die DNA der Beiden muss also nicht unbedingt bei einem Mord darauf gekommen sein, obwohl das in diesem Fall wohl das Naheliegendste ist.

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