Ein bitterer Blick auf seine Kindheit

Andreas Guenther: Sein Vater wollte den "Polizeiruf"-Kommissar verkaufen

05.06.2015 > 00:00

© ARD

Hinter dem ganzen Glamour und Glitzer der TV-Welt und hinter den Gesichtern der Rollen, die die Schauspieler spielen, lässt sich gut verbergen, dass es im eigenen Leben oft ganz anders aussieht, oder ausgesehen hat.

So wird Andreas Guenther als Kommissar Pöschel im Rostocker "Polizeiruf 110" gefeiert, doch ein Blick in dessen Vergangenheit des coolen Cops zeigt seine traurige Kindheit.

"Mein Vater war Alkoholiker. Er hat meine Mutter und mich im Suff oft geschlagen. Das war hart. Wenn man als junger Mensch nichts anderes kennenlernt, hält man Schläge für normal", sagt er im Gespräch mit Bild.

So sollte kein Kind aufwachsen müssen, doch das ist leider nur ein Teil des Ganzen. Das Geld, was sein Vater als Schlosser verdiente, floss meist direkt in den Alkohol. So lebte die Familie nicht nur mit einem schlagenden betrunkenen Vater, sondern auch häufig ohne etwas richtiges zu Essen: "Wir haben oft Brot mit Salz oder Zucker gegessen, weil für Richtiges Essen kein Geld übrig war."

Die Geldnot macht erfinderisch und der trinkende Vater kam auf kranke Ideen. So wollte er seinen Sohn tatsächlich an den Milchmann verkaufen. Der und seine Frau konnten keine eigenen Kinder kriegen. "Zahl du mir einen Bungalow, dann kannst du ihn haben", habe der Vater dem Milchmann gesagt, der offenbar einen Narren an dem kleinen Andreas gefressen hat.

Möglicherweise wäre es für den Jungen nicht das schlechteste Schicksal gewesen. An seinem 6. Geburtstag sah Andreas seinen Vater zum letzten Mal, hatte seitdem nie wieder Kontakt zu ihm. Mit 12 Jahren landete Guenther in einer Pflegefamilie.

Das alles sollte ihn aber nie daran hindern, etwas aus seinem Leben zu machen: "Ich bin trotz allem ein positiver Mensch geblieben. Ich habe gelernt: Auch wenn man von ganz unten kommt, kann man alles erreichen. Man muss nur an sich glauben."

Lieblinge der Redaktion