Kim Vuga war bei "Go Back" unter Beschuss

Australien: Reality-Show-Teilnehmer unter IS-Beschuss

27.07.2015 > 00:00

© Facebook / Kim Vuga

Der Sender SBS hat sich eine besondere Mission gesetzt: Er will mit einer Reality Show etwas gegen den Flüchtlingshass der Bevölkerung tun. In "Go Back To Where You Came From" schickt SBS die Teilnehmer dorthin, wo Flüchtlinge herkommen. In einer aktuellen Folge hätten sechs Kandidaten die Show fast mit ihrem Leben bezahlt, sie gerieten unter Beschuss.

In Australien gibt es keine "Boat People". Das Militär drängt alle Schiffe mit Flüchtlingen ab, sodass keines das Ufer des Landes erreichen kann, außerdem führt die Regierung Abschreckungskampagnen durch. Das führt aber nicht nur zu einer minimalen Zahl an Flüchtlingen in Australien, sondern auch zu einer ablehnenden Haltung der Einheimischen.

SBS sieht dieser Entwicklung wohl kritisch entgegen und hat sechs Menschen für "Go Back To Where You Came From" verpflichtet, die mit Flüchtlingen nichts anfangen können. Sie wurden von dem Sender an die syrische Grenze verfrachtet.

Drei Wochen lang mussten sie sich dort durchschlagen, und das unter Lebensgefahr. Die Show brachte die Gruppe in ein Gebiet, wo die Terrorgruppe Islamischer Staat kämpft. 800 Meter von der Frontlinie entfernt drehte SBS. Für die Kandidatin Kim Vuga war das eine Grenzerfahrung: "Auf uns wurde definitiv geschossen! Das Schlimmste war, so nah ranzugehen wie möglich wissend, dass ihre Kugeln uns treffen konnten", erklärte sie dem "Sydney Morning Herald". "Wir wurden angewiesen, auf jedes Pfeifen in der Luft zu hören, weil dies einen Granatenangriff bedeuten würde."

Trotzdem hat sie aus dem Erlebnis nichts gelernt. Sie postet immer noch fremdenfeindliche Aussagen auf ihrer Facebook-Seite. Ausgestrahlt wird die ganze Folge am 28. Juli.

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