Carlo Degen spielt einen schwulen Fußballer

AWZ-Carlo Degen musste sich an die Homosexualität gewöhnen!

30.09.2013 > 00:00

© RTL

Es ist seine erste Rolle in einer Daily Soap und nun muss er direkt einen homosexuellen Fußballer spielen. Keine einfache Aufgabe für AWZ-Schauspieler Carlo Degen (24), die ihm einiges abverlangt.

Für "Alles was zählt" steht der Berliner täglich als Joscha Degen vor der Kamera. Joscha hält mit seiner sexuellen Neigung hinterm Berg, aus Angst in seiner Mannschaft gemobbt zu werden. Carlo erklärt die Beweggründe seiner Rolle: "Auf Joscha lastet ein großer Druck, da er seine Homosexualität unterdrückt. Er hatte eine verdeckte Beziehung mit einem Mann, hat diese jedoch zugunsten seiner Fußballkarriere beendet. Jetzt versucht er, seine Gefühle vollkommen zu verdrängen und vollkommen heterosexuell zu sein. Er hat eine Freundin nach der anderen und gerät von einem Fettnäpfchen ins nächste bei dem Versuch, da irgendwie drum herum zu kommen. Sobald es mit einer Frau ernster wird, schießt er sie ab und geht zur nächsten über. Das Ganze geht irgendwann sogar so weit, dass er eine Scheinehe eingeht. Er tut alles Mögliche, damit es nicht ans Licht kommt. Die Thematik "Schwule Fußballer" ist seit einiger Zeit ziemlich aktuell. Ich kenne aber kaum Fußballer, die sich outen. Und falls sie dies tun, wird es ihnen sehr schwer gemacht. Der Fußballsport scheint immer noch auf das Bild der "harten Kerle" fixiert zu sein und da passt Homosexualität auf den ersten Blick nicht hinein. Auf meiner Rolle Joscha lastet ein enormer Druck. Sein Ex-Freund hat sich geoutet, es danach sehr schwer gehabt und sich daraufhin umgebracht. Joscha ist die Karriere als Fußballer so wichtig, dass er sein eigentliches "Ich" total verdrängt und somit quasi in zwei Welten lebt. Das Schlimmste ist, glaube ich, das Mobbing! Da spielt auch die Psyche eine große Rolle. Wenn du die ganze Zeit gemobbt wirst und auf Unverständnis triffst, spielst du schlecht, fühlst dich unwohl und würdest dich am liebsten in ein Loch vergraben. So gibt es sicher einige schwule Fußballer, die sich deswegen nicht outen. Ich habe auch das Gefühl, dass Managements da viel mitspielen und sogenannte "Schein-Freundinnen" vermitteln. Aber ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen."

Der sportliche Mime freut sich sehr über seine Rolle, weil ihn die Aufgabe reizt: "Es ist eine ganz spezielle Herausforderung. Durch die besondere Thematik meiner Rolle, die mit Fußball und Homosexualität gleichermaßen zu tun hat, habe ich sehr viel zu spielen und das ist super! Ich habe im Vorfeld viel über die Thematik gelesen und mich mit meinen homosexuellen Bekannten ausgetauscht. Und wir haben einen Coach, der mit uns die Szenen durchgeht und bespricht, wie man am besten da herangeht. Für mich war es zunächst eine große Umstellung ... Ein Mann riecht ganz anders als eine Frau und fühlt sich anders an. Da muss man schon über einen bestimmten Punkt gehen und es zulassen, sich fallen lassen. Ich war es gewohnt, eine Frau zu küssen. Einen Mann zu küssen, war da etwas ganz Neues und Ungewohntes. Ich hatte jetzt aber schon recht viele solcher Szenen und mit der Zeit bin ich sicherer und routinierter geworden."

Jeder wächst mit seinen Aufgaben und durch gute Vorbereitung und viel Einfühlungsvermögen wächst Carlo Degen mit seinen Aufgaben. Es wird sicherlich noch sehr spannend, wie die Geschichte von Joscha bei AWZ wohl weitergeht.

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