Boris Becker: "Meine Frau ist sehr emotional"

Boris Becker: "Meine Frau ist sehr emotional"

29.12.2016 > 11:35

© gettyimages

Seinen Job als Trainer von Tennis-Star Novak Djokovic (29) ist er los. Doch Boris Becker (49) hat bereits eine Ersatzbeschäftigung gefunden. Der dreimalige Wimbledon-Sieger fungiert neuerdings als Botschafter des Online-Anbieters Partypoker – und wird Anfang Februar in einem mit 25.000 US-Dollar dotierten HEADS-UP-Duell gegen einen Qualifikanten antreten. Im exklusiven Interview spricht Becker vorab über seine Poker-Leidenschaft, Spielsucht und das Talent seiner Familie… 

Herr Becker, wer ist der beste Pokerspieler in Ihrer Familie? 

Boris Becker: Sagen wir es so, ich bin der Älteste und habe am meisten Erfahrung. Meine Frau (Lilly, Anm. d. Red.) spielt auch ziemlich gut, allerdings verliert sie schnell die Geduld. Spiele, die drei oder vier Tage dauern, sind beispielsweise gar nichts für sie. Sie ist gut in sogenannten Cash-Games, die man in wenigen Stunden absolviert. Da blüht Lilly auf und will unbedingt gewinnen. Und glauben Sie mir, meine Frau ist enorm ehrgeizig! Wenn es mal nicht so gut bei ihr läuft, wird es laut! 

 

Dann fliegen die Karten? 

Becker: Und die Chips, aber hallo! 

Ist sie eine schlechte Verliererin? 

Becker: Das haben Sie jetzt gesagt... (lacht) Aber im Ernst: Sie ist sehr emotional und leidenschaftlich bei der Sache. Es macht Spaß, gegen sie anzutreten! 

Und Ihre Kinder? Sind die auch im Poker-Fieber?


Becker: Meine ältesten Söhne spielen beide sehr gerne Poker. Elias ist ein geduldiger Spieler, der viel Ausdauer hat. Noah ist impulsiver und geht an die Sache anders heran. 

Spielen Sie in der Familie auch um Geld?


Becker: Nein, das nicht. Aber man muss in der Tat Anreize setzen. Sonst ist es langweilig, und der Reiz verfliegt zu schnell. Jeder muss einen Einsatz mit an den Tisch bringen. Das ist aber nie Geld. 

Pokerspieler müssen gut bluffen können. Ihre persönliche Stärke? 

Becker: Pokerspieler müssen noch viel mehr können. Es geht darum, seinen Gegenspieler zu lesen, eine eigene Strategie zu entwickeln. Dafür sind Konzentration und Leidenschaft unerlässlich. Man braucht viel Ausdauer. Es hat durchaus Parallelen zum Tennis früher. 

Als Trainer von Novak Djokovic waren Sie zuletzt viel unterwegs. Hatten Sie überhaupt Zeit, an Ihren Poker-Fähigkeiten zu arbeiten? 

Becker: Das lässt sich gut miteinander vereinbaren. Am meisten spiele ich zu Hause in London, aber auch in Melbourne oder in Paris. 

Haben Sie mal richtig viel Geld verloren?


Becker: Pokerspieler werden bei solchen Themen sehr schmallippig... 

Sie auch? 

Becker: Sagen wir so: Ich spiele seit zehn Jahren Poker, und ich glaube, ich habe nie eine große Summe verloren. Jetzt kann man natürlich darüber diskutieren, was genau eine große Summe ist. Das definiert jeder anders. Aber glauben Sie mir, es war immer im Rahmen! 

Hatten Sie schon einmal Angst davor, spielsüchtig zu werden? 

Becker: Nein, überhaupt nicht. Ich bin 49 Jahre alt. Ich stehe fest im Leben. Ich spiele auch gerne Tennis, Schach oder Backgammon. Hinzu kommt, dass Poker kein Glücksspiel ist, sondern ein Sport, der Geschicklichkeit erfordert. Die Gefahr der Spielsucht ist da eher gering. 

Anfang Februar werden Sie in Deutschland in einem HEADS-UP-Pokerduell gegen einen Qualifikanten antreten und um 25.000 US-Dollar spielen... 

Becker: Etwas, auf das ich mich sehr freue. Ich liebe die Herausforderung und bin gespannt, gegen wen ich antrete. Der- oder diejenige sollte sich auf jeden Fall warm anziehen. Denn dann geht es um weit mehr als nur die Ehre... 

 
 
 
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