Sie kämpft alleine mit den Schmerzen bei der Geburt ihres Kindes

"Born In The Wild": US-Sender will Schwangere bei einer Wildnis-Geburt filmen

06.06.2014 > 00:00

© youtube.com/birthinnature

Bevor das Video losgeht, warnt Youtube vor den drastischen Bildern. In den 22 Minuten des Videos sieht man eine Frau, die nackt in der Wldnis ohne Hilfe ein Kind gebärt. Nichts für schwache Nerven, doch am Ende hält die überglückliche Mutter ihr viertes Kind im Arm. "Es hat mein Leben als Mutter und das meiner Kinder grundlegend verändert", schwärmt die Mutter.

Dieses extreme Video wurde mittlerweile über 20 Millionen Mal angesehen und so wittert der US-Sender Lifetime direkt ein Geschäft. In "Born in The Wild" sollen andere werdende Mütter vor laufenden TV-Kameras ihre Kinder alleine und in der Wildnis zur Welt bringen.

Ist das nicht unglaublich riskant? Eli Lehrer, Vizepräsident des Senders, meint, dass sie alles im Griff hätten. In "Entertainment Weekly" erklärt er, dass neben der TV-Crew auch Sanitäter vor Ort seien würden. Außerdem würde man nur Mütter teilnehmen lassen, die bereits eine Geburt hinter sich haben. "Unsere Anwesenheit bei den Geburten macht sie um einiges sicherer, als wenn sie ganz allein wären", sagt Lehrer.

Das ändert trotzdem nichts an der Tatsache, dass keine Hebammen und keine Ärzte dabei sein werden. Diese machen sich jetzt schon Sorgen wegen der Sendung. Arzt Ron Jaekle sagt: "Ich verstehe jeden, der meint, dass wir Schwangerschaften zu sehr medikalisieren, und es ist ein natürlicher Prozess. Aber es ist eben auch ein natürlicher Prozess, der historisch besonders viele Leben forderte."

Das erhöhte Risiko bei den gefilmten Geburten ist die eine Sache. Andere Kritiker befürchten, dass so ein leichtsinniger Trend von Wildgeburten ausgelöst werden kann.

Auch hier winkt Lehrer ab. "Ich denke wirklich nicht, dass das etwas ist, was Leute leichtsinnig nachmachen", sagt der Mann, der scheinbar vor allem eines im Blick zu haben scheint: Die Einschaltquoten.

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