Der "Hunger King" in Budapest.

Burger King: Neuer Name "Hunger King"?

02.07.2014 > 00:00

© Twitter / HungerKing1

"Burger King" hat einen neuen Namen. Eine Filiale in Budapest heißt jetzt "Hunger King"! Darin gibt es aber keine Burger und keine Fritten, sondern Bargeld. Klingt komisch, ist aber so allerdings hat die Fast-Food-Kette "Burger King" damit aber nichts zu tun.

Vielmehr ist "Hunger King" das Projekt eines finnischen Künstlers, der den Laden in der ungarischen Hauptstadt eröffnet hat. Dort gibt es zwei Eingänge und zwei Menüs, eines für reiche und eines für arme Besucher. Die reichen Besucher bekommen Steuererleichterungen, eine gute Schulbildung und hohe Familienbeihilfen.

Die Armen bekommen laut Speisekarte eine schlechte Ausbildung, Ausgrenzung und müssen viele Steuern zahlen. Darum hilft "Hunger King" ihnen, nicht mit Essen, sondern mit elf Euro. Das war zumindest der Plan, doch wegen des großen Andrangs war das Geld schon nach einer Woche aufgebraucht. Geöffnet hat der "Hunger King" trotzdem noch bis zum 6. Juli.

Ausgedacht hat sich diese Aktion Jani Leinonen, der damit gegen die Sozialpolitik der Regierung unter Viktor Orban protestieren möchte. In Ungarn wurden in den vergangenen Jahren mehr und mehr Gesetze gegen Obdachlose beschlossen, die die ohnehin schon sozial Schwächsten weiter in die Kriminalität drängen.

So wurde unter anderem eine Vorschrift eingeführt, die das Schlafen auf Straßen und bestimmten Plätzen verbietet. Setzen sich Obdachlose über dieses Gesetz hinweg, drohen Sozialstunden, Gefängnis oder gar Bußgelder.

Sogar der Europarat hatte die ungarische Sozialpolitik kritisiert. Der "Hunger King" soll ebenfalls das Augenmerk der Öffentlichkeit darauf richten. Der Zeitung Vice News sagte Jani Leinonen: "Obdachlosigkeit ist ein globales Problem und nicht auf Ungarn begrenzt. Wir haben ähnliche Probleme in Finnland, aber auch in den USA, London oder Paris."

Lieblinge der Redaktion