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Claudia Obert: So verdiente sie ihre Millionen

18.08.2017 > 15:23

© Sat.1

Claudia Obert verdankt ihre Geschäftsidee ihrem Schuh-Tick: Sie bietet in ihren Shops in Hamburg und Berlin Top-Mode und Designer-Heels günstig an. Wie? Sie kauft beim Hersteller und spart an Marketing, Miete & Co., aber nie an der Qualität. Der "Cosmopolitan" verriet sie ihr Erfolgskonzept...

 

 

Mein neues Ziel: Ich will Milliardärin werden

Das geht nur, indem ich meine Millionen fleißig investiere. Mehr zu wollen, als ich habe, ist etwas, das mich schon mein ganzes Leben begleitet. Früher arbeitete ich als Sekretärin bei Columbia Tristar Film in München. Es herrschte immer Ebbe in der Kasse, aber ich hatte täglich Kontakt zu Hollywood-Größen wie Catherine Zeta-Jones. Von so einem Lifestyle träumte ich! Da ich Schuhe liebe, bin ich oft zu Fabrikverkäufen nach Italien gefahren. Zufällig lernte ich bei einem Venedig-Trip Sandro Vicari kennen. Seine Produkte sind die Bentleys unter den Schuhen, er arbeitet auch für internationale Top-Designer. Ich stand also neben diesem Typen auf dem Markusplatz und erzählte ihm euphorisch, wie scharf ich auf Schuhe wäre. Daraufhin hat er mich in seine Fabrik eingeladen. Dort habe ich mir 80 Paar Schuhe ausgesucht. Als ich mit meiner Beute nach Hause kam, sagte mein damaliger Freund: „Das ist verrückt. Fang doch an, die Dinger zu verticken!“ Doch ich hatte alle Modelle nur in meiner Größe, 40, gekauft. Also habe ich in Italien noch einmal 2000 Paar geordert. Die Bezahlung erfolgte immer erst, nachdem ich die Schuhe verkauft hatte. Ich besaß damals kein Lager, stapelte die Schuhe Größe 38 in der Dusche, die 39er über der Waschmaschine und den Rest packte ich in den Bettkasten. In kürzester Zeit waren alle weg.

 

Da ist mir klar geworden: Man muss immer direkt an die Quelle gehen, um Kosten zu sparen. Wenn das Produkt durch viele Hände geht, nennt man das „Wertschöpfungskette“. Aber in meinen Augen ist es eine „Kosten-Produktions-Kette“. Daher bin ich meinem Ursprungsprinzip treu geblieben: Ich hole die Sachen – auch Kleidung – in Italien und verkaufe sie direkt an den Endverbraucher. Ohne viel Geld für Verpackung, Marketing und Filialmiete auszugeben. Das ist mein Konzept bei „Lean Selling“ – dem „Supermarkt für Luxusmode“. Ich habe nie auf Lohnsteuerkarte gearbeitet, sondern war immer freiberuflich als Unternehmerin tätg. Meinen Geschäftssinn habe ich, die Steuerbeamten-Tochter, früh entwickelt. Schon als Kind verkaufte ich meine Weihnachtsgeschenke direkt wieder, und zwar noch vor Silvester. Irgendwann bekam ich dann von allen nur noch Geld. Mein Rat an alle Unternehmerinnen, die Millionärinnen werden möchten: Kein Geld zu haben, ist nicht schlimm. Keinen Kredit zu haben, eine Katastrophe.

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Natürlich ist mein Job mit viel Arbeit verbunden

Jemand hat einmal zu mir gesagt: „Claudia, du lebst Schuhe.“ Das ist noch untertrieben: Ich liebe sie nicht nur, ich schlafe sogar in der Schuhfabrik, wenn es sein muss. Wenn ich bester Laune bin, gebe ich jedem in meinem Laden einen aus. Ich arbeite nicht für Schulterklopfen oder Anerkennung von Kollegen – ich bin da ganz nüchtern: Cash ist King. Oder wie die Hamburger Piraten sagen: Langes Leben, fette Beute. Liquidität ist mir wichtig, zumal die Lustbarkeiten meines Lebens teuer sind: der Schampus, die Juwelen, die Pelze, die Autos, die Handtaschen. Dafür braucht man viel Geld. Die kleinen Leute tun ihr Geld in die Sparbüchse, die Reichen leben vom Cash Flow. Denn eines ist klar: Geld ist niemals bombensicher angelegt.

 

 

Ich will und muss mich nicht dafür entschuldigen, dass ich erfolgreich bin

Denn mir ist nichts in den Schoß gefallen, ich habe hart dafür gearbeitet. Viele Frauen meinen ja, dass sie sich dafür schämen müssten, Geld zu verdienen – diese Einstellung ist und bleibt mir ein Rätsel. Ich liebe Luxus – und ich verdiene mein Geld damit. Manchmal sage ich aus Jux Sätze wie: „Ich bin noch immer knapp bei Kasse.“ Der Hunger ist immer größer als der Magen.

 

Kürzlich war ich bei Harrod’s in London, da hatten sie eine Kette für elf Millionen Pfund. Sehr zu meinem Bedauern musste ich da passen. Und in Hongkong gab es eine für 65 Millionen. Also, meine Armut kotzt mich an.

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