Qult: "Supertalent"-Auftritt erfolgreich gestoppt

Das Supertalent: Richter stoppt Auftritt von Rapper-Duo Qult

12.10.2013 > 00:00

© facebook.com/QultMusiQ

Wie David gegen Goliath: Das Berliner Hip-Hop-Duo Qult ist erfolgreich gegen die Ausstrahlung seines Auftritts in der RTL-Sendung "Das Supertalent" vorgegangen. Das Landgericht Berlin hat RTL in einer einstweiligen Verfügung die Veröffentlichung der Aufzeichnung des Auftritts der Rapper verboten. Das berichtet die Bild.

Grund für die Offensive des Hip-Hop-Duos: Unzumutbare Auftrittsbedingungen und die vernichtende Kritik von Chef-Juror Dieter Bohlen. Jens Gläsker von Qult gegenüber der Bild: "Die Bühnenlautsprecher waren falsch eingestellt, die Tontechnik verwendete nicht die richtige Musik und als wir uns beschwerten, ernteten wir Schmähkritik von Dieter Bohlen und sollten die Klappe halten."

Auch Gläskers Bandkollege David Günther zeigt sich empört: "Wir sind professionelle Musiker, die ca. 500 Live-Auftritte durchgeführt haben, ein solches Chaos wie beim Supertalent haben wir noch nie erlebt. Wir haben extra für die Show ein 5-Minuten Lied auf 3-Minuten umgearbeitet. Die Tontechnik vom Supertalent hat dann trotzdem den 5-Minuten-Beat eingelegt."

Grund genug für die zwei jungen Musiker, die Ausstrahlung ihres Auftritts zu stoppen. Rechtsanwalt Bernd Roloff aus Hamburg zur Bild: "Eine Entstellung der künstlerischen Leistung durch unbrauchbare technische Voraussetzungen muss nicht hingenommen werden. Außerdem habe ich Bedenken gegen den Fäkal-Kommentar von Herrn Bohlen, wonach Qult aufgesetzte Rapper-Kacke servieren würde. Insbesondere unter diesen Auftrittsbedingungen wurde hier die Grenze zur Schmähkritik überschritten."

Während bei RTL vermutlich fieberhaft an einem neuen Schnitt der heutigen "Supertalent"-Sendung gebastelt wird, kann sich das Berliner Duo freuen: Ihre Kampfansage an RTL sorgt für gute Publicity. Auf ihrer Facebook-Seite schrieben die Rapper: "Dass diese "Sache" so einen großen Medienhype auslöst, hat uns selbst überrascht. Wir freuen uns natürlich, dass wir einen Präzedenzfall geschaffen haben und zeigen somit, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss. Schon gar nicht von RTL."

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