Tim Pieper  Der Minnesänger

"Der Minnesänger" von Tim Pieper: leidenschaftlich und vor allem sehr fesselnd

05.07.2010 > 00:00

© Heyne Verlag

Als zweiter Sohn eines unfreien Lehnsherrn wird Hartmann von Aue in einem Kloster ausgebildet. Dies ist ein Privileg, aber Hartmann spürt schon früh, dass seine eigentliche Leidenschaft die Musik ist.

Jeden Sonntag trifft er sich nun heimlich mit dem Spielmann Blixa. In der Musik findet er Erfüllung und kann seiner Sehnsucht nach der Nachbarstochter Judith Ausdruck geben. Als der Spielmann das Kloster verlässt, hinterlässt er dem Jungen eine Harfe. Stundenlang übt Hartmann auf seinem Geschenk, und wird schon bald bitter dafür bestraft.

Indessen wartet Judith in der Heimat vergeblich auf ein Wiedersehen mit Hartmann. Als er zu Ostern wie verabredet nicht erscheint, heiratet sie den gewalttätigen August. Jahre voller Sehnsucht, Kriege und Schicksalsschläge liegen nun vor Hartmann und Judith. Während er als Minnesänger Erfolge feiert, hofft er tief im Innern immer noch auf die Erfüllung einer ganz großen Liebe.

Kritik: Tim Pieper ist es gelungen sich mit "Der Minnesänger" abzuheben vom historischen Allerlei.

Seine Hauptfigur ist der Minnesänger Hartmann von Aue. Die Jahre seiner Geburt und Jugend sind allerdings relativ kurz gefasst. Hauptthema ist die Liebe zu der Nachbarstochter Judith. Auch der Klappentext deutet lediglich auf eine Liebesgeschichte hin. Allerdings fließen auch Themen wie Kriege, Turniere, Rivalitäten, Krankheiten und Familientragödien mit in die Geschichte ein, und runden die Handlung so noch ein bisschen ab.

Der Schreibstil ist flüssig und die Sprache ist der damaligen Zeit gekonnt angepasst. Die Charaktere sind gut durchdacht, vielschichtig und sehr bildhaft beschrieben. Kein Wunder also, dass man mit ihnen fühlt ob sehnsuchtsvoll, kämpferisch oder von Wut erfasst.

Fazit: "Der Minnesänger" ist so abwechslungsreich wie die Minne selbst. Spannungsgeladen, leidenschaftlich und vor allen Dingen sehr fesselnd!

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