Claudia Schiffer präsentierte Fashion Hero

Fashion Hero: Darum floppte die erste Sendung

10.10.2013 > 00:00

© ProSieben / Richard Hübner

Die Rechnung hätte aufgehen können: eine Fashion-Show, präsentiert von einem Supermodel - die besten Voraussetzungen für eine Quoten-Sensation. Wurde es aber nicht. Gerade mal 1,2 Millionen Zuschauer schalteten bei der ersten Folge von "Fashion Hero" ein.

Für eine Auftakt-Sendung ist das wirklich schwach. Und das, obwohl Claudia Schiffer als Gesicht der Show ihr mit Spannung erwartetes TV-Comeback gab - und ihre Sache gar nicht mal schlecht machte. Nicht nur, dass die 43-Jährige wunderschön wie eh und je aussah. La Fischer wirkte sympathisch, unaufgeregt, kompetent. Kein nerviges Gekreische a la Heidi Klum...

Trotzdem hakte bei der Debüt-Sendung so einiges...

Die Kandidaten: Insgesamt 21 Nachwuchs-Talente haben in der Show die Chance, ihre Teile an große Modehäuser zu verkaufen. In Einspielern wurden die Designer und ihre Kollektion kurz vorgestellt. Und die Betonung liegt auf "kurz". Richtig viel erfuhr man nicht über die Kandidaten, ihren Stil, ihren Werdegang. Stattdessen wurde einer nach dem nächsten "durchgejagt. Unerklärlich blieb, warum sich auch der renommierte Designer Marcel Ostertag mit unter die Teilnehmer gemischt hatte.

Die Jury: Die Mode-Riesen Karstadt, Asos und S.Oliver hatten je einen Einkäufer geschickt, die mit ihren Geboten entscheiden sollten, ob sie die Kollektionen der Jung-Designer ihr Angebot aufnehmen oder nicht. Ein Battle um die Kandidaten gab es nicht. Meistens wurde einfach gar nicht geboten. Der spannendste Moment: Steven Gätjen pöbelte angesichts der zurückhaltenden Gebote der Jury: "Das geht mir auf den Sack." Der Karstadt-Einkäufer guckte aggressiv - und bot trotzdem nicht. Weiter im Text. Die Entscheidungen, warum manche Designer angeheuert wurden und andere nicht, blieben meist unbegründet und dem Zuschauer schleierhaft.

Die "Mentoren": Claudia Schiffer hatte zwei Fashion-Experten zur Unterstützung um sich geschart: Business-Exeprtin Uta Hüsch mit Anna Wintour-Gedächtnisfrisur und Stylist Sascha Lilic, ein kauziger Typ mit Monokel, der sich seinen Look eindeutig beim Pinguin aus "Batman" abgeguckt hat. Kult-Potenzial wie ein Bruce Darnell oder Jorge Gonzalez haben die beiden eher nicht. Inwiefern sie den Kandidaten Hilfestellung bei ihren Entwürfen leisteten, erschloss sich eher nicht.

Claudia Schiffer: Dafür, dass sie das Gesicht der Sendung sein soll, hielt sie sich die meiste Zeit eher im Hintergrund. Empörte sich manchmal: "Ich verstehe gar nichts mehr!" Schwärmte dann wieder: "Das ist unglaublich! Ich liebe es! Ich bin begeistert!" Es hätte gerne MEHR sein dürfen: MEHR von ihrer Erfahrung, ihrem Fashion-Knowhow, ihrem Charisma.

Spannung: Dafür sollte eigentlich der große Fashion-Showdown sorgen, in dem die Kandidaten, die bisher nicht weitergewählt wurden, am Ende der Sendung gegeneinander antreten mussten. Ihre Aufgabe: In 30 Minuten einen schwarzen Blazer umstylen. Über wirres Geschnippel und aufgeregtes Gewusel ging diese Challenge allerdings auch nicht hinaus.

Lern-Effekt: Schwach! Mehr als Allgemeinplätze und Pseudo-Fachkommentare kamen nicht rum. Für Weiterbildung sollten eingeblendete Sätze wie "Spitzeneinsätze sind Trend", "Haremshose - smart und sexy" oder "Kurze Jacke streckt den Oberkörper" sorgen. Diese 08/15-Infos bekommt man auch in jeder Mode-Gazette.

"Fashion Hero" bemüht sich, eine weniger schrille, weniger trashige Mode-Sendung zu sein, dafür mehr Tiefe zu zeigen - und blieb dabei doch ziemlich oberflächlich und farblos.

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