Für Jungs Himmelblau und für Mädchen Rosé

Für Jungs Himmelblau und für Mädchen Rosé

30.10.2012 > 00:00

© GettyImages

Seit vielen Jahrzehnten spielt in jedem Haushalt die Rolle der Frau, der heranwachsenden Jugendlichen und des Mädchens eine entscheidende Rolle. In eher konservativen Regionen der Republik, vor allem auf dem Land, sind diese Positionen immer noch eindeutig verteilt: Die Töchter spielen mit den Puppen, während die Jungs mit den Spielzeug Autos den Teppich entlang fahren.

Die Jungs möchten Feuerwehrmänner werden, während die Mädchen am liebsten die Liebe ihres Lebens in Form eines Prinzen kennenlernen möchten, um so ein erfülltes und unbescherwertes Leben zu führen. Diese Visionen verlieren sich jedoch recht schnell mit dem Eintritt in die erste Bildungsstätte.

Neben den gesellschaftlichen und professionellen Veränderungen für die Frau mittleren Alters (mehr Chancengleichheit, vor allem in beruflichen Sektoren, die vorrangig durch Männer belegt sind) hat sich vor allem das Bild der heranwachsenden Kinder und Jugendlichen verändert.

Die bereits erwähnte Spielzeugindustrie ist ein entscheidender Wegweiser in Sachen geschlechtlicher Sozialisierung. Dies wird durch die Tatsache belegt, dass auf das Spielverhalten beispielsweise im Kindergarten besonders geachtet wird: Was gefällt dem Kind? Wie spielt es mit anderen Kindern? Wie geht es mit Niederlagen, wie mit Gewinnen um? Welche Spielzeuge sucht es sich aus? Man kennt es von vielen jungen Mädchen und Frauen, die sagen, sie würden eher Zeit mit anderen Jungs verbringen, als mit anderen Mädchen (ausgenommen beispielsweise die besten Freundinnen o.Ä.). Selten entwickelt sich dieses Verhalten im erwachsenen Alter, sondern viel eher zu Kindheits- und Jugendtagen.

Digitalisierung unserer Freizeit

Durch den Durchbruch des Computers und DSL Internet für die breite Masse in den frühen 00er Jahren haben sich die Spiel- und Unterhaltungsgewohnheiten Tag für Tag verändert. Auch wenn in den Kindergärten Deutschlands noch eine naturfreundliche, traditionsbewusste, vor allem aber leichte und unbeschwerte Erziehungspolitik betrieben wird (Basteln mit Naturstoffen, Holzspielzeug, wöchentliche Ausflüge in den Wald, etc.), wird zu Hause viel elektronische Technik für die multimediale Unterhaltung genutzt.

Das nicht ohne Grund: Viele Anwendungen auf beispielsweise einem iPad können für Kinder unglaublich interaktiv sein und den Spaß mit dem Lernen verbinden. Das besondere jedoch ist: Die Technik ist nie an ein Geschlecht gebunden, Spiele gibt es zu allen Themen, für die sich Jungs und Mädchen entscheiden könnten. Was sich dann mit zunehmendem Alter durchsetzt, ist das Spielen am Computer oder an der Spielekonsole. Egal, ob Browsergames oder Spiele auf der Konsole: Mit 10-12 Jahren, in der Anfangszeit der Pubertät, sind die Weihnachtswünsche jedes Jahr von vor allem einem Faktor geprägt: Die multimediale Unterhaltung.

Dieses Jahr wird zum Weihnachtsgeschäft ein regelrechter Sturm auf die neue Konsolengeneration (PS4 und Xbox One) entstehen, denn außer man hat bereits vorbestellt, wird man bis zum Release zum 30. November warten müssen. Für die vielen Jugendlichen, die sich die Konsole von Mama und Papa wünschen, sind vor allem die Titel entscheidend: FIFA 14 (Fußballsimulation), Need for Speed Rivals (Rennspiel), Just Dance (Tanzsimulation) oder sogar ein mögliches Singstar (Karaoke) für die neue Generation. Die letzteren beiden repräsentieren den größten Teil an weiblichem Absatz.

Die Entwickler der neuen Konsolengeneration sowie viele Gamedesignstudios haben sich bereits für neue Konzepte ausgesprochen, nach denen die mit dem Release verbundene Euphoriewelle auch Frauen stärker erreichen soll. Man wird sehen, in wie fern sich die weibliche Spielegeneration in diese Richtung entwickelt, ein großen Fundament mit einer breiten Masse an Browsergame-Nutzerinnen und Spielerinnen von erwähnten Tanz- und Karaoke-Umsetzungen gibt es bereits. Nun muss man ihnen nur die richtigen Titel servieren.

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