Er musste sich seine ganz Kindheit vor der Welt vor seiner Tür schützen

Jay Khan: Aufgewachsen zwischen Straßenstrich und Heroinspritzen

06.11.2014 > 00:00

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Gerade erst lag Jay Khan mit wiederholten Lungenerkrankungen im Krankenhaus und brachte eine schwere Zeit hinter sich. Doch das ist nicht das erste Mal, das er die dunkle Seite des Lebens zu Gesicht bekam.

"Ich habe 17 Jahre in Berlin direkt am Straßenstrich auf der Kurfürstenstraße gewohnt und habe dort einen großen Teil meiner Kindheit verbracht", erklärt Khan in Bild.

Auch wenn er selbst nur dort wohnte, bekam er das Elend schon früh als Kind mit:

"Mindestens einmal pro Monat war die Polizei da. Das ging von illegalem Waffenbesitz mit Messern und sogar mal einer Panzerfaust, bis hin zu illegalem Drogenbesitz mit Kokain."

Jeden morgen marschierte der kleine Jay an den Prostituierten auf dem Weg zur Schule vorbei. Häufiger hat er dabei gesehen, wie sie hinter einem Gebüsch Oralverkehr mit ihren Freiern hatten.

Prostitution und Drogen waren die eine Seite, Gewalt und Angst die andere. Als er 17 war, wurde direkt vor der Eingangstür ein Mann erstochen. Hinter dem Haus wurde eine Frau ermordet. "Meine Mutter hat sogar ihre Schreie gehört", erinnert er sich.

Immerhin, so bestätigt der ehemalige US5-Sänger, war die Welt hinter der Haustür in Ordnung. Keine Drogen, keine Gewalt, doch leicht sei es für den Jugendlichen Jay nicht gewesen, sich gegen die schlechten Einflüsse seines Ghettos zu wehren. Bis heute ist er überzeugt davon, dass die Musik ihm geholfen hat, nicht wie viele seiner Schulkameraden als Drogendealer und Zuhälter im Gefängnis zu landen.

Heute hat er ein gemeinsames Restaurant mit seinem Vater und singt in der Band Großstadt Freunde.

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