Jenke von Wilmsdorff ging mit seinem Alkohol-Experiment an seine Grenzen

Jenke-Experiment: Cornflakes mit Rotwein

12.03.2013 > 00:00

© RTL / Willi Weber

Es war bedrückend und bringt einen selbst zum Nachdenken.

Gestern Abend strahlte RTL die erste Folge der neuen Doku-Reihe "Das Jenke-Experiment" aus, in der sich Reporter Jenke von Wilmsdorff (47) fast einen Monat lang täglich auf einen Alkohol-Pegel von einem Promille trinkt. Und das klingt halb so witzig, wie es tatsächlich ist.

Das Experiment beginnt damit, wie Jenke seinen 47. Geburtstag feiert. Auf der Hamburger Reeperbahn begießt er in der Bar der Kult-Transe Olivia Jones (43) seinen Ehrentag mit 17 Longdrinks, drei Wodka und vier Gläsern Sekt. Er kann nicht mehr richtig sprechen, stehen, geschweige denn gehen und seine Freundin findet ihn einfach nur peinlich. Und das soll Jenke von Wilmsdorff nun vier Wochen lang fortführen? Bei dem Kater gegen den er am nächsten Morgen kämpft, wird einem selbst ganz übel und der Gedanke an Alkohol kommt gar nicht erst auf.

Aber Wilmsdorff ist weiterhin gewillt, sein Experiment durchzuziehen. Was folgt ist ein frustrierender Absturz im Schnelldurchlauf. Jeden Tag betrinkt Jenke sich schon nach dem aufstehen und sein Allgemeinzustand verschlechtert sich stetig. Antriebslos sitzt er in seiner Badewanne und freut sich über seine eigene Feststellung, dass ihm Whisky in der Badewanne am besten schmeckt. In seiner Küche stapelt sich das schmutzige Geschirr und wenn er nicht auf dem Boden zwischen leeren Flaschen seinen Drink kippt, hockt er zusammengefallen und Kette rauchend am Küchentisch und sorgt sich darum, dass bald keine sauberen Gläser für seinen Gin-Tonic mehr da sein könnten. Natürlich mit Bier in der Hand.

Richtig beklemmend wird es, als der Reporter morgens vor seinen Cornflakes sitzt und Rotwein statt Milch drüber gießt. Er probiert und ist schlichtweg begeistert, jedem anderen würde sich bei dieser Kombination der Magen umdrehen. Man bekommt einen Eindruck davon, wie gefährlich die Droge Alkohol ist und wie schnell der Weg in die Abhängigkeit führt. Es ist erschreckend und man ertappt sich automatisch dabei, den eigenen Konsum in Frage zu stellen.

Das Experiment diente natürlich der Aufklärung und nicht der Selbstdarstellung und so führte Jenkes Weg ihn auch zu Kindern alkoholkranker Eltern, mit denen er Gespräche führte und sie nach ihren Wünschen und Träumen fragte. Shannon, die ihr Leben lang behindert sein wird und nie ein selbständiges Leben führen kann, weil ihre Mutter während der Schwangerschaft getrunken hat sagt: "Ich wünsche mir, dass so wenig Kinder wie möglich so sind wie ich." Es treibt einem die Tränen in die Augen.

Nach 25 Tagen muss Jenke das Experiment wegen einer vom exzessiven Alkoholkonsum ausgelösten "Thrombose im Enddarmgefäß" abbrechen. Aber es fällt ihm schwer, die Finger von Bier, Wein und Co zu lassen. Er fliegt nach Mallorca in eine Suchtklinik und der Leiter der Klinik rät ihm dringend, sechs Monate gar nicht zu trinken. Als RTL Wilmsdorff drei Monate später in seiner Wohnung beim Entsorgen der ganzen leeren Flaschen besucht, erzählt er munter, dass er jetzt wieder "normal" trinkt. Ab und zu und in Maßen. Die sechs Monate hat er also nicht geschafft...

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