Deutschland weint um Loriot: Vicco von Bülow ist tot.

Jetzt geht der letzte Wunsch von Loriot in Erfüllung

05.09.2011 > 00:00

Er wollte zurück in seine Heimat. Dorthin, wo er eine unbeschwerte Kindheit verbrachte: nach Berlin. Loriot, Deutschlands berühmtester Humorist, wurde in aller Stille auf dem Waldfriedhof an der Heerstraße in Charlottenburg beerdigt. Eine alte Kastanie wirft jetzt ihren Schatten auf sein schlichtes Grab.

Bloß nichts dem Zufall überlassen und immer preußisch korrekt sein. So lebte Loriot 87 Jahre lang. Und wusste schon zu Lebzeiten, wie es nach seinem Tod weiterzugehen hat.

Seine Witwe Romy (82) erfüllte ihm seinen letzten großen Wunsch: ein stilles Begräbnis, keine pompöse Trauerfeier und kein Ehrengrab.

Um seine letzte Ruhestätte buhlten Brandenburg an der Havel und die Gemeinde Münsing am Starnberger See. In Brandenburg wurde Vicco von Bülow, so sein richtiger Name, 1923 geboren. In Bayern lebte er seit 1958.

Aber er hatte immer eine Zweitwohnung in Berlin. Oft war der Künstler dort, genoss, wie die einst zweigeteilte Stadt zusammenwuchs. Einmal im Jahr traf er sich in Berlin mit den Mitgliedern seiner in Brandenburg gegründeten Vicco-von-Bülow-Stiftung, um über den richtigen Einsatz der Gelder zu entscheiden. Geschäftsführer Fritz Musfeld (72): "Ihm lag viel daran, dass wir uns um hilfsbedürftige Kinder kümmern. Denn, so sagte Herr von Bülow immer: ,Das ist unsere Zukunft'! Und natürlich werden wir auch in diesem Sinne weiterarbeiten."
Was für ein schönes Vermächtnis!

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