Jodie Foster erhielt den "Cecil B. Demille"-Preis für ihr Lebenswerk.

Jodie Foster rührt mit Coming-Out zu Tränen

14.01.2013 > 00:00

© Getty Images

Die 70. Golden Globes machten ihrem Ruf als Hollywoods beste Party erneut alle Ehre.

Doch es wurde nicht nur gefeiert, gelacht und gewonnen.

Jodie Foster (50) hielt die wohl ergreifendste Rede des Abends, als sie den Preis für ihr Lebenswerk entgegennimmt und zum ersten Mal öffentlich sagt, dass sie lesbisch sei.

Während ihrer Rede erklärte sie, dass sie das dringende Gefühl verspüre, jetzt, da sie so in Bekenner-Stimmung sei, etwas zu sagen, dass sie bislang nicht n der Lage war, der Öffentlichkeit mitzuteilen.

"Es ist eine Verkündung, wegen der ich ein bisschen nervös bin - aber vermutlich nicht halb so nervös wie meine Publizistin in diesem Moment. Ich sage es laut und offen heraus."

Nach einer kurzen Pause stellt sie klar: "Ich bin Single."

Im Saal wird gelacht und Jodie Foster setzt fort.

"Das hier wird keine große Coming-Out-Rede, da ich mein Coming-Out schon vor eintausend Jahren hatte, damals im Steinzeitalter. Zu der Zeit als ein sehr wunderliches Mädchen sich ihren engsten Freunden, Familienangehörigen und Kollegen anvertraute und dann mit der Zeit stolz jedem, den sie kannte... aber heutzutage, so wurde mir gesagt, muss jeder Prominente jeden Aspekt seines Privatlebens mit einer Pressekonferenz, einer Duftlinie und einer Reality-Show würdigen."

Einigen der anwesenden Filmschaffenden, unter anderem Anne Hathaway oder Emily Deschanel stehen Tränen in den Augen. Außer der starken, selbstbewusste Stimme Jodie Fosters ist kein Wort zu hören.

"Ich danke meinem heroischen Co-Elternteil, meiner Ex-Partnerin und Seelenschwester. Meiner Bekennerin... meist geliebten besten Freundin seit mehr als 20 Jahren, Cydney Bernard. Ich dank dir, Cyd. Ich bin so stolz auf unsere moderne Familie, unsere fantastischen Söhne, Charlie und Kit, die der Grund für mich sind, zu atmen und mich zu entfalten. Jungs, falls ihr es nicht wisst, dieses Lied, alles davon, ist nur für euch", sagt Jodie Foster während ihrer Rede.

Jodie Foster, die seitdem sie drei Jahre alt war, vor der Kamera steht, ist seit nunmehr 47 Jahren als Schauspielerin, Drehbuchautorin, Produzentin und Regisseurin im Filmgeschäft tätig.

All diese Zeit habe vor allem eins bewirkt: ihren Wunsch nach Privatssphäre.

"Wenn man für ein Leben kämpfen muss, das sich real und ehrlich anfühlt, und sich gegen alle Schwierigkeiten wehrt, dann würde vermutlich jeder den Wert nach Privatssphäre über allem schätzen", fühte sie hinzu.

Viele der anwesenden Schauspieler nicken zustimmend.

Den letzten Teil ihrer Rede widmet sie ihrer kranken Mutter und sagt: "Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich. Und ich hoffe, dass wenn ich es drei Mal sage, es auf magische und perfekte Weise in deine Seele tritt, dich mit Anmut ausfüllt und der Freude der Erkenntnis, dass du viel Gutes in deinem Leben getan hast. Du bist eine großartige Mutter. Bitte nimm das mit, wenn du bereit bist, zu gehen."

Sie beendet ihre Rede mit einer verwirrenden Aussage, die viele deuten ließ, sie würde ihre Karriere nun beenden wollen. "Das fühlt sich wie das Ende einer Ära an und wie der Beginn etwas Neuem - angsteinflößend und aufregend."

Den wartenden Journalisten im Backstage-Bereich erklärt sie danach aber, dass sie niemals mit der Schauspielerei aufhören werde. "Keine zehn Pferde bekommen mich davon weg", so Jodie Foster.

TAGS:
Lieblinge der Redaktion