Die Liebesschlösser waren zu schwer für die Pariser Brücke.

Liebesschlösser-Last: Brücke in Paris stürzte ein

11.06.2014 > 00:00

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Manchmal wird die Liebe zur Last: In Paris ist ein Teil der berühmten Pont des Arts unter dem Gewicht der tausenden Liebesschlösser eingestürzt.

Die Fußgängerbrücke, die das Louvre-Museum und das linke Seine-Ufer verbindet, hat es schwer getroffen. 2008 kam der Trend auf, dass Paare als Zeichen ihrer Liebe Vorhängeschlösser an Brücken anbringen. Sie sperren sie an und werfen den Schlüssel in den Fluss darunter, was die Ewigkeit der Verbindung symbolisieren soll.

Paris gilt als die Stadt der Liebe, weshalb es viele Verliebte besonders romantisch fanden, dort ihre Liebesschlösser aufzuhängen. Über die realen Folgen denkt dabei kaum jemand nach, dabei kosten sie den Steuerzahler einiges. Paris lässt die Schlösser regelmäßig entfernen, weil einfach kein Platz mehr da ist.

Am vergangenen Pfingst-Wochenende kam man damit aber gar nicht mehr nach, schließlich waren zahlreiche Touristen in die Stadt der Liebe gereist. Ein verliebtes Paar schließlich brachte das Fass zum Überlaufen. Auf einer Länge von 2,4 Metern stürzte das Brückengeländer herab. Die Pont des Arts wurde sofort abgesperrt und evakuiert, Verletzte gab es keine.

Schon vor einem Jahr hatte der Bürgermeister des Viertels genau davor gewarnt: "Das hat verrückte Ausmaße erreicht. Wenn eines Tages ein Stück Brüstung mit mehreren Kilo Vorhängeschlössern daran einem Touristen auf einem Boot auf den Kopf fällt, könnte ihn das schwer verletzen oder sogar töten", so Jean-Pierre Lecoq über die wenig romantischen Konsequenzen.

Nun ist genau das eingetroffen, was er befürchtet hatte, verletzt wurde allerdings niemand. Rund 93 Tonnen Last mehr musste die Pont des Arts durch die Liebesschlösser aushalten.

Dass das den verrückten Trend stoppen wird, ist unwahrscheinlich. Denn der hält sich hartnäckig, sogar in Städten, die ihn verbieten, wie beispielsweise Rom oder Berlin.

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