"Made in Germany ": Deutschland näht den Super-Schlüppi!

"Made in Germany ": Deutschland näht den Super-Schlüppi!

07.01.2014 > 00:00

© RTL / Elke Werner

Gestern startete auf RTL die neue Doku-Serie "Made in Germany - wir können's selbst am besten".

Unternehmerin Sina Trinkwalder soll Problemfälle wie beispielsweise Langzeitarbeitslose, Analphabeten und Straffällige wieder in eine Feststellung bringen. Ihr Plan: Die Sorgenkinder sollen an die Nähmaschinen und Unterhosen herstellen.

Leider gibt es direkt ein Problem, einer der Schützlinge der sozial engagierten Geschäftsfrau fühlt sich durch den Job seiner Männlichkeit beraubt. Tanyel meckert: "Pink! Überall nur Pink. Kommt schon schwul rüber!" Solche Allüren lässt Sina Trinkwalder allerdings nicht durchgehen: "Wer erzählt denn so eine Scheiße? Du wärst völlig bescheuert, wenn du das wegschmeißt."

Innerhalb von sechs Wochen will die Unternehmerin eine komplette Unterwäschekollektion auf den Markt bringen, Menschlichkeit steht dabei für sie an erster Stelle. Sie engagiert nur Ungelernte, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben. Ein Hauptschulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 5,5 ist für sie kein Grund, jemanden nicht einzustellen.

Natürlich übt RTL wieder ordentlich Druck auf des Zuschauers Tränendrüse aus. Das Schicksal von Feridun, der zwar weder lesen, noch schreiben kann, aber drei behinderte Kinder zu versorgen hat, ist mehr als berührend.

Aber die taffe Art, mit der Sina Trinkwalder ihr Projekt durchsetzen will, lässt die Doku nicht eine typische Sozial-Schmonzette rutschen. Die Unternehmerin will den Super-Schlüppi produzieren und zwar in großer Auflage. Dafür investiert sie all ihr Geld und ihre Energie. Mitleid ist nicht ihr Ding, sie will helfen, aber nicht auf Herzschmerz pokern.

Die Einschaltquoten fielen für die Pilotfolge von "Made in Germany" leider eher mau aus. Ob diese Doku also dauerhaft Bestand im Programm von RTL haben wird, ist derzeit mehr als fragwürdig.

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