"Mitten im Leben" läuft nach Drehbuch

"Mitten im Leben"-Familie wird nach Dreharbeiten Hartz 4 gekürzt

29.04.2013 > 00:00

© RTL

Jeder vernünftig denkende Mensch weiß, dass Reality-Formate wie "Mitten im Leben" nicht echt sind und nach Drehbuch laufen.

Das war wohl einigen Sachbearbeitern der Agentur für Arbeit nicht so klar und so zeigten sie die Familie, die Hartz 4 bezieht, wegen Sozialbetrugs an und kürzten ihnen das Geld um 1.000 Euro.

"Vor der Kamera mussten mein Mann und ich so tun, als würden wir noch zusammenleben", so Nicole Schneider, Mutter der TV-Familie, gegenüber der "B.Z.".

Da sowohl Mutter Nicole und der Vater ihrer sieben Kinder getrennt Hartz 4 und die Miete vom Amt bekommen, "Mitten im Leben" aber zeigte, dass das einstige Paar zusammenlebt, machte die Agentur für Arbeit große finanzielle Abstriche bei den Schneiders.

"Mein Mann bekommt seine 500-Euro-Miete nicht mehr bezahlt. Ich kriege 450 Euro weniger. Insgesamt fehlen knapp 1000 Euro jeden Monat!"

Problem ist, dass RTL selbst kommuniziert, dass die Doku auf Tatsachen beruht. Es ist aber allgemein bekannt, dass es sich um eine "Scripted Reality Doku" handelt, die nach Drehbuch abläuft. Dass da auch mal die Lebensumstände verfälscht werden, ist klar. Die Personen sind im Fall von "Mitten im Leben" ja nichts anderes als Schauspieler.

Und selbst das Jugendamt konnte bescheinigen, dass Frau Schneider alleine mit ihren sieben Kindern lebt, der Vater seit der Trennung eine eigene Wohnung hat.

Nicole Schneider kann durch die Kürzungen ihre Familie nicht mehr ernähren und will Widerspruch gegen den Bescheid vom Amt einlegen.

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