Ein erster Etappensieg für die Verteidigung von Conrad Murray

Murray-Prozess: Herzspezialist sagt, Michael Jackson könnte heute noch leben

13.10.2011 > 00:00

© Getty Images

"Michael Jackson († 50) könnte noch leben." Mit diesen Worten bringt ein Herzspezialist den Angeklagten Conrad Murray gestern im Prozess um den Tod des "King of Pop" in Bedrängnis. Conrad Murray ist eigentlich selbst Herzspezialist, sein Kollege macht ihm schwere Vorwürfe.

Der Leibarzt von Michael Jackson hat nach Ansicht seines Kollegen Dr. Alon Steinberg falsch gehandelt: "Michael Jackson könnte noch leben, wenn Dr. Murray nur die richtigen Schritte eingeleitet hätte, als Michael nicht mehr atmete", sagte der Herzspezialist. Die schwere Überdosis des Popstars hätte nicht zum Tod führen müssen.

Anstatt so schnell wie möglich den Notruf zu rufen, hat Conrad Murray, so der Herzspezialist im Zeugenstand, offensichtlich falsche Wiederbelebungsmaßnahmen ausgeführt - dabei hätte er es besser wissen müssen.

Auch bei der Behandlung zu Lebzeiten von Michael Jackson soll Conrad Murray so ziemlich alles falsch gemacht haben. Wenn er einem Patienten Propofol als Einschlafhilfe verabreicht, dann müsste der Patient ständig überwacht werden. Das hat Murray komplett vernachlässigt, es gab keine ständige Beobachtung der Herz- und Kreislauftätigkeit, keine Vorkehrungen für einen Notfall etc. Einen mit Propofol behandelten Patienten allein zu lassen, so der Herzspezialist, sei so "als ließe man ein Kleinkind unbeaufsichtigt auf dem Küchentisch liegen."

Steinberg zieht das Fazit, dass Murray sträflich gegen alle Regeln der ärztlichen Fürsorgepflicht verstoßen hätte und dass Michael Jackson definitiv noch am Leben sein könnte, wenn Murray seine Pflichten besser erfüllt hätte.

Die bisherigen Prozesstage:

Prozessbeginn

Bodyguard sollte Spuren verwischen.

Murray bestellte 15 Liter Propofol.

Murray hat der Notärztin wichtige Infos nicht weiter gegeben.

Murrays Freundin sagt aus.

Tonbandaufnahmen von Michael Jackson

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