Reporterin Caro Lobig war undercover im Zalando-Lager unterwegs.

Nach Zalando-Schock: So geht es Caro Lobig heute

15.04.2014 > 00:00

© Klaus Landry

Undercover-Reporterin Caro Lobig (21) hat sich für das RTL Magazin ,Extra' drei Monate als Lagerarbeiterin im Standort Erfurt des Versand-Riesen Zalando eingeschleust. Ähnlich wie die Mitarbeiter muss auch sie erfahren, was es heißt, physisch und psychisch an seine Grenzen zu stoßen. Im Interview mit Wunderweib.de hat Caro berichtet, wie sie die Strapazen im Zalando-Lager verkraftet hat.

"Wir standen ständig unter Kontrolle und enormem Leistungsdruck", berichtet Caro Lobig. Das eigentliche Arbeitsgerät, ein Scanner, soll der Konzern zur Kontrolle der Arbeitsleistung missbraucht haben. Neben der verarbeiteten Stückzahl misst er die Arbeitsfrequenz der Mitarbeiter. Schnell wird deutlich, welch enormer Druck auf den Schultern der Mitarbeiter lastet. Vertrauen? Fehlanzeige.

Die Mitarbeiter werden ständig auf Diebstahl kontrolliert

Wer das Gebäude verlässt, müsse sich einer täglichen Diebstahlkontrolle unterziehen, so RTL. Und damit nicht genug. Selbst die Kollegen werden untereinander aufgerufen, sich gegenseitig zu verpetzten. Der Reiz: 500 € zur Belohnung. Caro bekam schnell gesundheitliche Probleme. Ihre Gelenke schmerzten von der vielen Lauferei, außerdem entwickelte sie einen Staubhusten. Jetzt, zwei Wochen nach Ende ihrer Arbeit im Zalando-Lager, klingen die bedenklichen Symptome zum Glück wieder ab. "Der Staubhusten ist weg. Meinen Knien und Gelenken geht es langsam auch wieder besser."

Eine Live-Schalte jagt die nächste

Dafür hat Caro seit der Ausstrahlung der Reportage auf RTL richtig viel Stress. "Ich bin im RTL-Gebäude in Köln und hetze von Live-Schalte zu Live-Schalte, zwischendrin klingelt dauert mein Handy, es kommen unglaublich viele Interviewanfragen. Außerdem überlegen wir im Sender, wie wir weiter vorgehen sollen. Es kann gut sein, dass es noch einen zweiten Teil der Reportage geben wird."

Caro hat keine Angst

Angesichts der Anschuldigungen gegen Zalando, die Caro öffentlich gemacht hat, könnte man vermuten, dass sie Angst vor negativen Konsequenzen hat. Doch Caro macht sich keine Sorgen: "Ich bin im Moment nicht alleine. Mein Freund ist bei mir. Ich gehe aber auch nicht davon aus, dass Zalando gegen mich vorgehen wird, denn damit würden sie ja eingestehen, dass an meinen Entdeckungen etwas dran ist. Außerdem steht RTL mit allen Juristen hinter mir. Aber wer weiß, ich traue denen alles zu."

Zalando ist nur der Anfang

Der Zalando-Coup soll übrigens nicht die letzte Investigativ-Geschichte von Caro bleiben. "Klar, mit meinem Namen und meinem Gesicht habe ich einen Freifahrtschein verbrannt. Das heißt aber ganz bestimmt nicht, dass ich jetzt mit den Investigativ-Recherchen aufhöre. In Zukunft werde ich mich eben besser tarnen müssen."

Was Caro sich als Ergebnis ihrer Zalando-Recherchen wünscht? "Mir ist es wichtig, dass die Leute verstehen, dass Zalando kein Einzelfall ist und unser Kaufverhalten mit darüber entscheidet, wie die Mitarbeiter bei solchen Online-Versandunternehmen behandelt werden. Ich bin selbst durch die Berichte über Amazon auf das Problem aufmerksam geworden und habe damals direkt mein Amazon-Konto gelöscht".

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