Pistorius bestritt die Schüsse nie, aber seine Absichten kann ihm keiner nachweisen

Oscar Pistorius kommt mit "fahrlässiger Tötung" davon

12.09.2014 > 00:00

© Getty Images

Schon gestern stand zumindest fest, dass Oscar Pistorius nicht für Mord verurteilt werden wird. Heute lautet das Urteil: Schuldig wegen fahrlässiger Tötung.

In Anbetracht des geschilderten Tathergangs erscheint dieses Urteil noch sehr milde.

Anfang 2013 erschoss der südafrikanische Paralympics-Star Pistorius seine Freundin Reeva Steenkamp mit mehreren Schüssen.

Er habe nachts Geräusche aus dem Badezimmer gehört und schoss laut eigener Aussage aus Angst vor einem Einbrecher mehrfach durch die Badezimmertür.

Auf die Idee, dass seine Freundin, die zusammen mit ihm einschlief, im Bad sein könnte, sei er nicht gekommen.

Doch so haarsträubend unglaubwürdig die Geschichte auch sein mag, so konnte man ihm keinen vorsätzlichen Mord beweisen. Im Zweifel für den Angeklagten.

Das Urteil ist eine Niederlage für die Staatsanwaltschaft, die bis zuletzt davon ausging, dass Pistorius Steenkamp mit voller Absicht tötete. Die Angehörigen von Reeva Steenkamp brachen bei dem Urteilsspruch in Tränen aus. Oscar Pistorius selbst blieb ruhig und gefasst.

Das Strafmaß selbst ist bislang noch nicht festgelegt. In Südafrika sind 15 Jahre Gefängnis das Höchststrafmaß für fahrlässige Tötung. Ein Mindeststrafmaß gibt es nicht. Wie lange der Sprinter einsitzen muss und ob es noch einen Berufungsprozess geben wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

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