Rihanna: "777"-Konzert in Berlin

Rihanna: Verärgert deutsche Fans

12.11.2012 > 00:00

© Nadine Kotré

Wie lange darf ein Musiker seine Fans bei einem Konzert warten lassen? Da mögen 30 Minuten noch okay sein. Selbst mit einer Stunde könnte wohl man noch leben. Rihanna (24) überspannte den Bogen beim gestrigen Berlin Konzert allerdings gewaltig.

Sie ließ die 1000 Konzertbesucher, die ins E-Werk gekommen waren, geschlagene 2,5 Stunden warten...

Dabei machte Rihanna mit ihrer "777"-Tour in Berlin Halt, um die Veröffentlichung ihres neuen Albums "Unapologetic" zu feiern.

Sieben Tage lang reist die "Diamonds"-Sängerin mit einer Boing 777 in sieben Städte und gibt sieben Konzerte. Nach Mexico City, Toronto, Stockholm und Paris war Berlin die fünfte Station ihrer exklusiv von HTC gesponserten "777"-Tour.

Der geplante Beginn um 21 Uhr verzögerte sich. Konnten die DJs Congorock und Reflex anfänglich die Zeit überbrücken, so war spätestens ab 23 Uhr der Unmut der wartenden Fans nicht mehr zu übersehen.

Während einige nach fast vier Stunden Stehzeit - der Einlass begann bereits 19 Uhr - auf dem Fußboden Platz nahmen, begannen andere zu pfeifen und zu buhen.

"Rihanna! Ich muss nach Hause", schrie Jasmin (44), die mit ihrer 16-jährigen Tochter zum Konzert gekommen war. Verständnis für die Wartezeit hatte sie nicht.

"Ich finde das nicht in Ordnung. Ich muss schließlich auch pünktlich auf der Arbeit sein. Ich will Rihanna wirklich gern sehen, deshalb bin ich hier. Pünktlichkeit gehört aber einfach dazu", sagte Jasmin.

Weitere Minuten vergingen, in denen sich auf der Bühne nichts regte. Lediglich ein Band mit Songs anderer Künstler beschallte das E-Werk.

Um 23:21 Uhr reichte es den Konzertbesuchern endgültig. Die Pfiffe und Buhrufe wurde nicht nur lauter, sondern wurden auch noch von Sätzen wie "Shame on you" begleitet.

Um 23:27 Uhr nahm Rihannas Band dann endlich ihre Position auf der Bühne ein. Ein junger Mann murmelte seiner Freundin zu: "Wenn sie 23:30 Uhr noch nicht da ist, gehen wir." Die Kommentare zweier Mitzwanzigerinnen, denen noch eine 240 Kilometer lange Heimfahrt bevorstand, waren deutlich bissiger. "Vielleicht hat sie noch so lange mit Chris Brown telefoniert", sagte die eine. Ihre Freundin erwiderte: "Oder sich verprügeln lassen." Die Stimmung der Fans hatte den Tiefpunkt erreicht.

Es vergingen noch einmal fünf Minuten, dann war es tatsächlich soweit: Um 23:32 Uhr betrat Rihanna bekleidet mit weißem Oversize-Hemd, schwarzem Top mit aufgedrucktem Hanfblatt, schwarzen Hotpants und Sonnenbrille die Bühne. Und tat als wäre nichts gewesen. Sie erwähnte die Wartezeit mit keinem Wort - geschweige denn, dass sie sich dafür entschuldigte.

Die Fans jubelten zwar, ihre Verärgerung war ihnen dennoch deutlich anzumerken. Das ging wohl auch an Rihanna nicht spurlos vorbei, die ebenfalls etwas angespannt und gehemmt wirkte.

Nach einigen Songs wie "Only Girl" oder "Umbrella" waren die Gemüter der Fans jedoch wieder besänftigt und die Stimmung entspannte sich. Rihanna performte weitere Hits sowie neue Songs ihres heute erscheinenden Album "Unapologetic", bevor sie nach gut einer Stunde "Berlin I love you" schrie und das Konzert beendete.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Halle allerdings schon deutlich geleert. Viele Besucher hatten das E-Werk schon vor Konzertende verlassen, um ihre Zugverbindungen noch zu erreichen.

Rihannas "777"-Tour mag vielleicht als grandioser PR-Schachzug geplant gewesen sein, am Ende kostete sie Rihanna aber vermutlich viele Sympathien . Wenn nicht sogar Fans...

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