In diesen Tagen feiert er 35-jähriges Bühnenjubiläum, Anfang 2010 geht Mike Krüger (58) mit seinem neuen Programm "Is' das Kunst, oder kann das weg? " auf Tournee. AUF EINEN BLICK-Redakteur René Weihrauch sprach mit dem Urgestein

"Schönheits-OPs? Hab' ich zum Glück nicht nötig!"

09.12.2009 > 00:00

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In diesen Tagen feiert er 35-jähriges Bühnenjubiläum, Anfang 2010 geht Mike Krüger (58) mit seinem neuen Programm "Is' das Kunst, oder kann das weg? " auf Tournee. AUF EINEN BLICK-Redakteur René Weihrauch sprach mit dem Urgestein unter den deutschen Komikern.

AUF EINEN BLICK: Sie stehen seit 35 Jahren auf deutschen Bühnen warum lachen die Leute immer noch über Sie?

MIKE KRÜGER: Die Leute lachen ja schon, wenn sie mich sehen. Und wenn ich dann anfange zu sprechen oder sogar zu singen, lachen sie noch mehr. Das Phänomen beobachte ich seit 35 Jahren. Keine Ahnung, wie das zu ergründen ist.

Ein Gottesgeschenk?

Ja, ich nehme das als ein Geschenk, über das ich sehr glücklich bin. Ansonsten müsste ich ja richtig arbeiten...

Hat sich der deutsche Humor in den letzten Jahrzehnten verändert?

Die Themen ändern sich, der Humor nicht. In meinem neuen Programm geht es natürlich um andere Dinge als vor 35 Jahren: Um die Bankenkrise, um Internet-Geschichten, um Promis wie Sandy Meyer-Wölden. Aber die Leute lachen eigentlich immer über dasselbe: über Dinge, die sie kennen, und die man dann durch den Kakao zieht. Das ist ja das Grundprinzip von Humor.

Werden heute mehr Witze über Prominente gemacht als früher?

Nein, Promi-Witze haben wir früher auch schon gerissen. Ich habe sogar mal ein ganzes Lied über Franz Josef Strauß geschrieben: "Wahlen im Zoo". Der wollte damals Bundeskanzler werden, und das fand ich wiederum nicht so witzig.

Auch das Fernsehen hat sich rasant verändert. Was ist besser als früher? Was ist schlechter?

Früher hatte man mehr Geld für die Sendungen, das war schon mal besser. Und man hatte mehr Zeit. Vielen Sendungen sieht man heute an, dass sich das drastisch geändert hat. Wenn man früher drei Tage Zeit zum Drehen und Produzieren hatte und heute nur noch einen Tag klar, dass sich das auf die Qualität auswirkt. Was heute besser ist: Es gibt eine Unmenge an neuen Formaten, die für Komiker Goldgruben sind: Vom "Schuldenberater" bis "Bauer sucht Frau". Herrlich!

Gibt es einen Komiker-Kollegen, den Sie uneingeschränkt bewundern?

Ich habe eigentlich keine Vorbilder. Wen ich ein bisschen beneide, ist Willy Astor dafür, dass er so super Gitarre spielen kann. Auf der anderen Seite: Vielleicht ganz gut, dass ich selbst nicht so super spiele. Sonst wäre mir wahrscheinlich "Mein Gott, Walter" mit nur zwei Griffen gar nicht eingefallen.

Wissen Sie noch, wie das Lied entstanden ist?

Natürlich! Ich war 14 oder 15 und mit meinen Eltern im Urlaub am Rießersee in Bayern, Meine Eltern sind viel gewandert. Das hat mich nicht so begeistert, also habe mich an See gesetzt und mit meiner Gitarre so vor mich hin gespielt, was zur Folge hatte, dass sich einige schöne junge Damen dazusetzten. Das fand ich deutlich interessanter als mit meinen Eltern durch die Berge zu wandern. Lustige Texte habe ich schon aufgeschrieben, seit ich zwölf war, aber dieser geniale Wurf ist mir damals am Rießersee gelungen. Es muss mir wohl sehr langweilig gewesen sein, denn irgendwann habe ich angefangen, alles zusammenzureimen, was auf "Walther" passt. Zum Glück habe ich das alles fein säuberlich mit der Hand auf einen Zettel geschrieben und in einem Ringbuch abgeheftet. Den Text und auch die beiden Griffe, aus denen das Stück besteht, a-moll und g. Als ich ein Jahrzehnt später mein erstes Bühnenprogramm zusammenstellte, habe ich den Zettel wieder rausgekramt. Zehn Jahre lag "Walther" also in diesem alten Ringbuch, bevor er ihm 1975 endlich der angemessene Ruhm zuteil wurde.

Gibt es einen Komiker, der maßlos überschätzt wird?

Es gibt einige, die sich "Comedians" nennen, die ich aber nie so bezeichnen würde, weil sie bis auf ein paar Stand-ups nichts vorweisen können. Komiker wie Mario Barth oder Atze Schröder, den ich sehr witzig finde, haben ein komplettes Bühnenprogramm, das ist etwas ganz anderes.

Fehlt jemand wie Rudi Carrell in der deutschen TV-Unterhaltung.

Auf jeden Fall. Mir fehlt er auch als Freund, der einem immer ehrlich die Meinung gesagt hat. Wenn ich ihm einen neuen Song vorgespielt hab', sagte er entweder "Super, wann kommt der raus?" oder "Vergiss den Sch...". Er hat ja nie viel geredet, aber was er gesagt hat, hat meist gestimmt.

Letzte Frage: Wie stehen Sie zum Thema Schönheitsoperationen?

Hab' ich ja zum Glück nicht nötig...

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