Shopaholic! Meine Kreditkarte & ich

Shopaholic! Meine Kreditkarte & ich

13.08.2012 > 00:00

© Corbis

Nach der Arbeit nur kurz in die Stadt? Und schon passiert es: Aus dem kleinen City-Bummel wird ganz schnell eine ausgewachsene Shopping-Tour! Von "Ich schaue es mir nur mal kurz an!" bis "Ach, das passt so schön zu meinen neuen Schuhen!" dauert es dann oft nur noch wenige Minuten! Und schwupps, landet das Objekt der Begierde in der Einkaufstasche. Welch Glücksgefühl! Bis uns am Ende des Monats das böse Erwachen aus den Shopping-Träumereien rüttelt: Die Kreditkartenabrechnung! Schon wieder mal kräftig über das Budget hinausgeschossen? Oder gerade noch am Limit? Doch von Läuterung keine Spur: Im nächsten Monat tun wir es trotzdem wieder!

Ist es der Drang einfach etwas zu kaufen, weil man es unbedingt braucht? Vermutlich nicht, denn kaufen löst außergewöhnliche Glücksgefühle aus, die jedem von uns schon widerfahren sind. Diese Glücksgefühle verleiten uns leider dazu "Wiederholungstäter" zu werden. Deshalb kaufen und kaufen wir, gerne auch ohne Sinn und Rücksicht auf unsere Finanzen!

Wir finden sogar nach Ladenschluss eine Option unsere Kauflust zu stillen: Online-Shopping! Beim Online-Shopping kann man schließlich auch alles wunderbar zurückschicken, da kann man ruhig erstmal alles bestellen! Oft ist sogar noch alles portofrei, was die Entscheidung natürlich noch leichter macht. Die Option für sonn- und feiertags: der Flohmarkt. Wir unermüdlichen Shopaholics alias Schnäppchenjäger finden einfach immer einen Weg!

Shopping ist Ihr Leben? Sie kennen jeden Designer und alle Fashion-Labels? Sie shoppen mehrmals die Woche? Und wenn eine Freundin fragt, wie teuer Ihre nagelneue Designerhandtasche war, flunkern Sie auch mal gern?

Klingt im ersten Moment alles sehr amüsant und harmlos, aber im Allgemeinen ist die "Kaufsucht" eine ernstzunehmende Krankheit, die relativ komplex ist. Das ganze ist die Antwort auf psychische Probleme oder einfacher gesagt: Unzufriedenheit! Man kauft sich glücklich, der Zwang zum Konsum.
"Gefährlich wird es dann, wenn das Stadium erreicht ist, wo ich anderen Schaden zufüge", sagt Prim. Dr. Kurosch Yazdi (35) im Interview, "Die soziale Gefahr ist unheimlich, es ist viel mehr als nur das Kaufen. Man vernachlässigt Freunde und Familie, kann die Miete und die Betriebskosten nicht mehr begleichen, verliert im schlimmsten Fall vielleicht sogar den Partner."

Wir haben mal ein wenig im Netz geforscht und einige interessante Aussagen von bekennenden "Shopaholics" gefunden. Aber kein Grund zur Sorge, gerne einkaufen gehen, heißt nicht gleich "krank" zu sein. Solange wir nur das ein oder andere Teil kaufen, unser Konto nicht dramatisch im Minus ist und wir uns nicht zu oft dabei erwischen Tüten reinzuschmuggeln, sollten wir ruhig weiterhin das Klischee erfüllen. Wir lieben shoppen!

Prim. Dr. Kurosch Yazdi hat uns im Interview die wichtigsten Merkmale der Krankheit verraten!

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