Nadja Benaissa muss wohl nicht ins Gefängnis

Staatsanwalt fordert Bewährung und Sozialstunden für Nadja Benaissa

25.08.2010 > 00:00

© Corbis

Zwei Jahre auf Bewährung: Das ist die Forderung des Staatsanwalts im HIV-Prozess von Ex-No Angel Nadja Benaissa. Dazu sollen 300 Sozialstunden kommen, die sie in einer Einrichtung für HIV-Infizierte ableisten soll.

Der Prozess vorm Jugendschöffengericht in Darmstadt ist heute in die letzte Runde gegangen und endete mit den Pädoyers von Kläger und Verteidigung. Außerdem kam ein Gutachter zu Wort, der sich dazu äußerte, ob Nadja Benaissa den 34-jährigen Nebenkläger wirklich angesteckt hat.

"Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist festzustellen, dass Frau Benaissa die Quelle für die Infektion war", das stellte Virologe Josef fest. Der HI-Virenstamm von Nadja Benaissa und dem infizierten Nebenkläger gehören zum gleichen Subtyp.

2004 hatte sich der Mann durch ungeschützen Sex mit der Angeklagten Benaissa mit dem HI-Virus angesteckt. Nadja zeigte sich am ersten Prozesstag reumütig und entschuldigte sich.

Auch verschiedene Aids-Hilfe-Institutionen fordern in einer Erklärung einen Freispruch für Nadja Benaissa, denn auch die Menschen, die nicht infiziert sind, müssen sich um die HIV-Prävention kümmern. "Auch die Strafjustiz muss der Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit Rechnung tragen."

So lief der erste Verhandlungstag

So lief der zweite Verhandlungstag

So lief der dritte Verhandlungstag

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