Er wollte den Ruhm nicht, klagte und gewann

"The Story of Technoviking": Ein Webmeme schlägt zurück

28.07.2015 > 00:00

Ein Mann schubst auf der Berliner Hateparade 2000 eine Frau zur Seite und wird dabei gefilmt. Prompt erscheint ein äußerst muskulöser blonder Hüne ohne T-Shirt, mit Bart. Der Mann, der aussieht, wie man sich in Geschichten und Filmen Wikinger vorstellt, packt den schubsenden Rüpel am Arm und weist ihn zurecht.

Dann geht die Parade weiter. Der Wikinger marschiert vor laufender Kamera weiter und fängt dann ziemlich extrovertiert zu tanzen an.

Das ist schon 15 Jahre her und das Video, dass der Berliner Künstler Matthias Fritsch aufnahm, wurde 2006 zum viralen Hit bei Youtube. Zu einer Zeit, wo es den Begriff Web-Meme noch gar nicht gab, wurde aus dem Technoviking ein genau solches gemacht.

Man könnte meinen der gute gebaute, ritterliche Wikinger kann ein wenig über seinen Web-Ruhm schmunzeln. Schließlich kommt er trotz Albernheiten über seinen heftigen Tanzstil recht gut bei der Geschichte weg.

Trotzdem lässt er Matthias Frtisch 2009 abmahnen, nachdem dieser sogar schon Technoviking Merchandise produzierte. Fritsch zeigte sich verständnisvoll, wollte die Einnahmen mit seinem Protagonisten teilen. Der lehnte jedoch ab.

Es kam zum Prozess vor dem Berliner Landgericht. 2013 wird das Urteil gefällt. Das Video musste aus dem Netz, sämtliche Produkte durften nicht mehr verkauft werden. Außerdem soll Fritsch, der nach eigenen Angaben rund 10.000 Euro durch die Technoviking-Sache verdient hat, 12.000 Euro an den Technoviking zahlen, sowie auch Anwalts- und Prozesskosten.

In einer via Crowdfunding finanzierten Dokumentation arbeitet Fritsch noch einmal die ganze Erfolgsgeschichte des Technovikings auf. Am 8.8. und 9.8. soll der Film bei einem Berliner Filmfestival gezeigt werden.

Das Fritsch sein Material aus dem Netz entfernen musste, brachte dem Technoviking wenig. Bei Youtube findet man den Clip trotzdem noch.

Lieblinge der Redaktion