Müssen Mäuse leiden, damit ALS-Kranke leben können?

Tierversuche in der ALS-Forschung?

27.08.2014 > 00:00

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Es gibt diejenigen, die einfach aus Prinzip dagegen sind. Sie sind genervt von den ganzen Ice-Bucket-Challenge-Videos, finden die Aktion selbstdarstellerisch und penetrant. Dabei verkennen sie, dass in diesem Fall der Zweck die Mittel heiligt und gerade wegen des nervigen Web-Hypes der ALS-Foundation mit Spendengeldern sehr geholfen wird.

Zu denen gehört die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche wohl eher nicht. Dennoch rufen sie dazu auf, nicht mehr an die ALS-Foundation zu spenden.

"Die ALS-Gesellschaft macht keinen Hehl daraus, bei ihren Forschungen auf "Tiermodelle" zu setzen, wie es im lebensverachtenden Jargon der Tierexperimentatoren heißt", sagt Tierärztin Dr. Corina Gericke.

Damit wirft sich ein großes moralisches Dilemma auf. Einerseits soll den ALS-Kranken geholfen werden, dafür wird gerne gespendet. Tierversuche will hingegen auch niemand finanzieren.

Zudem wird in dem Artikel des Vereins berichtet, dass die Versuche an den genmanipulierten Tieren kaum Erfolge verzeichnen lassen. Aber ist es deswegen richtig, aufzurufen nicht zu spenden?

Wie beim Thema ALS häufig ausgeführt wurde, mangelte es bei der Forschung bislang an Geld, da verhältnismäßig wenige Menschen von ALS betroffen sind. Mehr Gelder liefern allerdings meist auch mehr Möglichkeiten.

Da scheint der Ansatz vielleicht sinnvoller, bei ALS auf Alternativen zu den Tierversuchen zu drängen sinnvoller, als ihre Möglichkeiten durch unterlassene Spenden zu limitieren.

Viele Nutzer, die bei Facebook die Initiative kommentieren geben sich allerdings gnadenlos und empört und sind der Meinung, dass alles getan werden sollte, um die schwere Krankheit bekämpfen zu können. Auch wenn das bedeutet, dass Tiere absichtlich mit Gendefekten gezeugt werden.

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