Eric Stehfest spielt bei "Unter uns" einen homosexuellen Schüler

"Unter uns"-Eric Stehfest übt Kritik an Homophobie!

30.09.2013 > 00:00

© RTL

Er selbst hat eine Freundin, für die Daily Soap "Unter uns" schlüpft Eric Stehfest jedoch Tag für Tag in die Rolle des homosexuellen Schülers Yannick, der unter seiner heimlichen Liebe zu Mitschüler Ringo leidet.

Ringo verbirgt seine sexuelle Neigung und hat sogar Alibi-Freundinnen. Eric Stehfest kann die Ängste seiner Figur ganz gut nachvollziehen. Er sagt: "Interessanterweise birgt dieses Thema weltweit immer noch eine große Aggressivität. In über 70 Ländern werden Homosexuelle verfolgt. Dadurch entsteht viel Hass und Leid. Da muss noch mehr getan werden, die Leute müssen noch mehr aufgeklärt werden, dass man wegkommt von der Angst, dass man sich etwas traut. Es kann nicht sein, dass sich die Masse immer wieder gegen Minderheiten stellt."

Zu den Gesetzen gegen Homosexualität in Russland vertritt der Schauspieler auch eine ganz klare Meinung: "Das ist natürlich das Allerletzte! Ich habe letztens erst wieder eine Pressekonferenz mit Putin gesehen und mir gedacht: Was redet dieser Mensch da!? Ich sehe einen homophoben Menschen mit Angst in den Augen. Er spricht aus Angst und sagt, dass er die Kinder dieses Landes vor der Homosexualität schützen will ... vor diesem nicht-familiären Bild. Die eigentlichen Opfer sind dann die Kinder, denen frühzeitig falsche Werte vermittelt werden. Das geht doch nicht!"

Aber Eric Stehfest sieht nicht nur in Russland Probleme: "Ich finde es extrem krass, dass gerade Russland jetzt so hervorgehoben wird bezüglich der Homosexualität. Natürlich, weil das Gesetz jetzt erlassen wurde, aber gucken wir uns doch mal andere Länder an. Im Iran und Saudi-Arabien werden homosexuelle Menschen öffentlich hingerichtet - und das schon eine ganze Weile. Dazu hat niemand etwas gesagt! Das wusste keiner! Auf einmal liegt die Aufmerksamkeit bei Russland und das Thema wird präsent. Warum ist das aber nicht schon früher passiert? Wir stehen anscheinend nur auf, wenn vor unseren Augen jemand erschossen wird oder ein Haus einstürzt. Warum können wir nicht handeln, wenn wir aus der Welt etwas mitbekommen?! Es nervt mich, dass gerade durch diese ganze Russland-Geschichte aus einer eigentlich menschlichen Frage eine politische wurde. Es geht gar nicht mehr darum, sich mit der Gesellschaft und den einzelnen Problemen auseinanderzusetzen, sondern darüber steht diese Macht der Putin-Politik. Man versucht gar nicht mehr, etwas zu klären - das ist das Absurde."

Eric Stehfest hofft, dass er mit seiner Darstellung von Yannick den Zuschauern Homosexualität näher bringen kann und ihnen die Scheu nehmen kann. Er will zum Nachdenken anregen und dass auch junge Zuschauer tolerant auf andere zugehen. Eric erklärt: "Ich möchte einfach die Leute erreichen mit dem, was ich tue. Wir wollen auch zeigen, dass man sich nicht in ein sechsköpfiges Monster verwandelt, wenn man einen Mann küsst, sondern, dass das etwas Normales ist. Es gibt ja die absurdesten Gedanken, die sich in den Köpfen der Leute abspielen."

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