Lenkt er endlich ein?

Uwe Ochsenknecht: Vom Vater verprügelt worden

12.10.2013 > 00:00

© Dominik Bindl / Getty Images

Seit seinem Durchbruch im Welterfolg "Das Boot" 1981, gehört Uwe Ochsenknecht (57)zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielern. Gestern veröffentlichte Ochsenknecht seine Autobiographie "Was bisher geschah". Im Buch gewährt der Schauspieler intime Einblicke in sein Leben, berichtet auch vom schwierigen Verhältnis zu seinen Eltern.

"Die Kapitel aus meiner Kindheit und der Jugend gerade mit meinem Vater sind mir sehr wichtig. Er war psychisch nie wirklich da. Das Gefühl zu haben, dass man nicht gewollt ist, dass man im Weg ist. Dass es so weit ging, dass ich und meine Schwester uns überlegt haben, ob wir adoptiert sind", so Ochsenknecht im Interview mit der Bild.

Seinen Vater Werner (starb mit 59) beschreibt Ochsenknecht im Buch als "extrem introvertiert", unfähig, Gefühle zu zeigen. Statt Zuneigung gab es Schläge: "Er hat mich sehr oft hart geprügelt. Ich habe beim Schreiben gemerkt, dass mich das damals sehr beschäftigt hat. Aber irgendwie habe ich das weggesteckt. Auch die schlimmen Erinnerungen an die Schmerzen."

Im Buch schreibt Ochsenknecht über die Attacken seines Vaters: "Wenn er mir mal wieder eine Tracht Prügel verpasste und laut brüllend auf mich eindrosch, konnte er seine aufgestaute Wut entladen. Er konnte es nicht anders. So war er schließlich auch erzogen worden. Es nervte mich immer total, wenn auch noch meine Mutter dazwischen ging und schrieb: ,Nicht auf den Kopf, Werner! Bloß nicht auf den Kopf!. Meine Mutter hatte immer Angst, dass ich durch seine Schläge einen Hirnschaden davontragen könnte - der Schaden an meiner Kinderseele interessierte sie dabei leider weniger. Ich hatte furchtbare Angst vor der körperlichen Gewalt meines Vaters und hasste ihn abgrundtief dafür. So sehr, dass ich ihm einmal Nadeln ins Bett legte, in der Hoffnung, dass sie ihm ähnliche Schmerzen zufügen, wie ich sie dauernd erleiden musste."

Ochsenknecht sagt, er habe aus dem Fehlverhalten seines Vaters gelernt, sich fest vorgenommen: "So wie mein Vater, will ich nicht aus dieser Welt gehen." Seinen eigenen Nachwuchs habe er daher toleranter erzogen, niemals die Hand gegen sie erhoben. Zu seinen Kindern Wilson Gonzales (23), Jimie Blue (21) und Cheyenne Savannah (13) hat der Schauspieler ein gutes Verhältnis und auch mit seinem ersten Sohn Rocco Stark (27) hat Ochsenknecht sich nach Jahren der Trennung mittlerweile versöhnt, verbringt gerne Zeit mit Enkelin Amelia (6 Monate).

Rückblickend sagt Ochsenknecht: "Die Geschichte mit meinem Vater ist ein Kapitel im Leben. Das gehört wie alle anderen Kapitel dazu. Ich könnte mein Leben lang stocksauer auf ihn sein. Ich könnte auf alle unangenehmen Situationen sauer sein. Aber so funktioniere ich nicht. Es geht immer rauf und runter. Aus guten und schlechten Situationen lernt man für die Zukunft. Ich versuche Fehler nicht zweimal zu machen."

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