"Wie Zuckerwatte mit Silberfäden  Die erste Kollektion" von Sophia Bennett

"Wie Zuckerwatte mit Silberfäden – Die erste Kollektion" von Sophia Bennett: Eine unterhaltsame Geschichte

06.09.2010 > 00:00

© Carlsen Verlag GmbH

London, die Stadt der Mode. Hier lebt Nonie, die von Mode geradezu besessen ist. In ihrem Zimmer stapeln sich Sachbücher über die Geschichte der Mode bis hin zu Anziehpuppen. Mit ihrem Outfit, das durchaus auch schon mal aus einem Minirock aus Kunstrasen besteht, provoziert sie diverse Rufe auf der Straße. Aber noch lieber trägt sie Converse und silberne Leggings.

Zusammen mit ihren Freundinnen Edie und Jenny lernt sie das Flüchtlingsmädchen Krähe kennen und ist begeistert, denn das stille Teenagergirl mit der erschütternden Vergangenheit schwärmt nicht nur für Dior, sondern entwirft eigene Mode, die sie auf dem Basar verkauft. Ihr Talent im Designen sorgt zunehmend für Begeisterung bei Models und Designstudenten, und so schmieden die Freundinnen einen Plan: Krähes erste Kollektion muss her.

Während Jenny als pickeliges Teeniefilmsternchen aus der Illustriertenspalte der Modesünden heraus katapultiert wird und sich plötzlich als Teen-Style-Queen neben DEM Teeniestar Joe Yule wiederfindet und Edie eine Initiative gegen Kindersoldaten gründet, nimmt der Plan die Modewelt zu erobern immer mehr Formen an.

Doch plötzlichen ziehen dunkle Wolken am Designerhimmel auf. Muss Nonie die Show absagen? Findet Krähe ihren entführten Bruder Henry wieder? Und wird Jenny endlich die Freundin von Joe Yule?

Kritik: Sophia Bennett entführt ihre jugendlichen Leser/innen in eine Welt, die meistens aus Stoffen, Farben und Glitzer besteht. Gleichzeitig ist es ihr gelungen das Thema der Kinder, die im Krieg aufwachsen sensibel und in einer einfachen, jugendgerechten Sprache mit ihrer Geschichte um Mode und Hollywoodglanz zu verweben.

Vor dem Hintergrund, dass ein kleines Mädchen über sich selbst hinaus wächst, hat sie diese traurige Realität so eingeflochten, dass weder die Unterhaltung noch ihre Botschaft zu kurz kommt. Eine gelungene Idee, die begeistert.

Nonie ist die Hauptperson und berichtet in kurzen Kapiteln aus der Ich Perspektive. Ihre frische und verrückte Art sorgt für kurzweiliges Lesevergnügen, nicht zuletzt dadurch, dass sie eher klein und unperfekt beschrieben ist. Das macht sie sympathisch und gerade junge Leser/innen können sich deswegen mit Sicherheit eher mit ihr identifizieren, statt einer Hauptperson mit Modelmaßen und pickelfreier Gesichtshaut.

Teenagersorgen wie Liebeskummer, Schulstress und eine nicht immer krisenfreie Beziehung mit Eltern und Geschwister finden ebenso ihren Platz wie Rückschläge, zu wenig Selbstbewusstsein und Euphorie in Hochzeiten.

Dabei werden die Nebenpersonen so lebendig, dass man den Eindruck hat sie sitzen alle im Zimmer nebenan und man müsste nur hinüber gehen, um mit ihnen zu plaudern.

Wie es mit Nonie, Krähe und den anderen weitergeht können Leser/innen ab Herbst 2011 erfahren. Bis dahin wird "Wie Zuckerwatte mit Silberfäden" sicher noch viele jugendliche Leser/innen begeistern, nicht zuletzt durch die tolle Idee diesem Buch gleich zwei Cover zu verpassen.

Fazit: Eine unterhaltsame Geschichte über Freundschaft, Mode und Hollywoodglanz, der in Anbetracht wahrer Herausforderungen des Lebens blitzschnell verblasst.

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