Wolfgang Niedecken: Froh, noch am Leben zu sein

Wolfgang Niedecken: Froh, noch am Leben zu sein

22.03.2012 > 00:00

Wolfgang Niedecken hatte Glück, den Schlaganfall im vergangenen Jahr überlebt zu haben, versicherte er nun. Der Frontmann der deutschlandweit erfolgreichen Kölsch-Rock-Band Bap, der im November einen Schlaganfall erlitt, gestand jetzt im Gespräch mit dem "ZEITmagazin": "Ich habe sehr viel Glück gehabt", und erinnerte sich an den erschreckenden Moment, in dem er realisierte, dass etwas nicht stimmte: "Plötzlich merke ich, dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Ich musste immer wieder neu anfangen, die Seite zu lesen. Die Umgebung verschwamm, der Teppich und die Bücherregale waren plötzlich oben. Ich habe noch nie einen Trip genommen, aber wie es heißt, muss sich ein Trip ungefähr so anfühlen." Nach seinem Anfall musste sich der Sänger viele Dinge erst wieder ins Gedächtnis rufen und hatte Anfangs sogar Probleme mit Dingen, die ihm zuvor selbstverständlich schienen. "Oder auch dieses Scrabble-Spiel, drei Buchstaben. Ich habe sechseinhalb Minuten gebraucht, bis ich aus drei Buchstaben das Wort 'Uhr' gemacht hatte. Ich hatte vergessen, dass das U ein Vokal ist, und das Wort Uhr war weg, einfach weg. Das alles musste ich langsam trainieren", ließ, Niedecken, dem heute Abend der Echo für sein Lebenswerk überreicht wird, die Zeit nach dem Schlaganfall Revue passieren. © WENN

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