Reporterin Caro Lobig arbeitete undercover bei Zalando.

Zalando: Ein Horror-Arbeitgeber? RTL-Reportage schockiert!

15.04.2014 > 00:00

© Screenshot RTL

"Schrei vor Glück!" Mit diesem Slogan wirbt der Online-Versand Zalando. Schreien möchten nicht nur die Kunden, sondern wohl auch die Mitarbeiter von Zalando, aber sicher nicht vor Glück! Eine junge Reporterin hat drei Monate undercover im Lager in Erfurt gearbeitet und die miserablen Arbeitsbedingungen bei RTL Extra enthüllt.

Das Ergebnis von Caro Lobig: Körperlich extrem anstrengende Arbeit, der psychische Druck ist fast unerträglich! Für 8,79 Euro in der Stunde habe Caro Lobig täglich rund 20 Kilometer pro Schicht abgelaufen, an machen Tagen sogar 28. Denn die Halle ist groß und ihre Aufgabe war es, die verschiedenen Artikel zusammenzutragen.

Hinsetzen sei verboten. "Ich habe in der Freizeit nur geschaut, dass ich sitzen, schlafen, mich erholen kann!", erzählte Caro Lobing im Gespräch mit Extra-Moderatorin Birgit Schrowange. Da bleibt manchmal nicht mal mehr die Kraft zum Schreien! Kreislaufzusammenbrüche seien an der Tagesordnung, wie ein Rettungssanitäter berichtet: "Es vergeht kaum ein Tag, an dem dort kein Rettungswagen gerufen wird!"

Auch die Reporterin kam angeblich an ihre körperlichen Grenzen und erlitt einen Kollaps. Doch statt einen Arzt zu rufen, soll ihr eine Verzichtserklärung zur Unterschrift präsentiert worden sein.

Doch nicht nur der körperliche Druck sei bei Zalando hoch, sondern auch der psychische. "Am Schlimmsten war, zu wissen, wir sind ständig unter Beobachtung, ständig kann jemand auftauchen und etwas von einem wollen, einem die Zahlen vorlegen, man wird bespitzelt von den anderen Kollegen", so Caro Lobig.

Scanner werden dazu benutzt, um zu überprüfen, wo sich die Ware befindet. Damit werden angeblich aber auch die Leistungen der Mitarbeiter kontrolliert. Pausen seien genau vorgegeben, per Signalton werden sie mitgeteilt. Und selbst in diesen kurzen Pausen hätten die Mitarbeiter keine Ruhe - sie müssten Diebstahlkontrollen über sich ergehen lassen. Wer außerdem einen Kollegen verpetze, bekomme 500 Euro.

Inzwischen hat Zalando auf die Vorwürfe der Reporterin reagiert. "Puh, die Emotionen kochen ziemlich hoch", schreibt das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite: "Aber da müssen wir wohl durch."

Das Unternehmen hat sich dazu geäußert, was in RTL Extra gezeigt wurde und dementiert: "Aus unserer Sicht entspricht diese Darstellung in keiner Weise der Unternehmenskultur und Mitarbeiterstimmung in der Logistik von Zalando. Unser Ziel und Anspruch bei Zalando ist es, ein guter und verantwortungsvoller Arbeitgeber zu sein."

Um das sicherzustellen, führe Zalando einmal im Jahr anonyme Umfragen durch. Das Ergebnis: "Schrei vor Glück!"-glückliche Mitarbeiter: "88 Prozent unserer Mitarbeiter macht ihre Tätigkeit Spaß. 84 Prozent unserer Mitarbeiter planen, langfristig bei Zalando zu bleiben. 80 Prozent der Mitarbeiter sind stolz, bei Zalando zu arbeiten." Das Unternehmen schreibt weiter: "Die Prozesse in Erfurt (...) entsprechen allen gängigen Standards in der heutigen Logistik."

Wie es Caro Lobig nach den Strapazen der ungewöhnlichen Recherche geht, hat sie heute in einem Interview unseren Kolleginnen von WUNDERWEIB berichtet.

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