Aldi-Süd im Megashitstorm

Aldi-Süd: 600 Gramm Fleisch für 1,99 Euro sorgten für einen totalen Eklat

29.05.2017 > 10:20

© getty

Aldi-Süd: 600 Gramm Fleisch für 1,99 Euro sorgten für einen totalen Eklat - Ohnehin ist Fleisch beim Discounter meist so günstig, dass jeder Kauf eine Gewissensfrage ist. Bei 600 Gramm mariniertem Nackensteak für 1,99 Euro ist die Grenze nun bei Aldi-Süd noch weiter unterschritten worden. Ein Kunde empört sich auf der Facebook-Seite des Unternehmens und schlägt damit hohe Wellen.

Dominik B. verfasst einen wütenden, aber dennoch sehr einleuchtenden Text, der den Discounter-Riesen ziemlich in Bedrängnis bringt. 

"Wenn man die Marinade, die Plastikverpackung und die Tamponage, den Transport und die sonstigen Logistik- und Dienstleistungskosten aller am Produkt Beteiligten - vom Bauern, über den Schlachthof, bis hin zum Verkaufspersonal im Laden - abzieht und dann noch berücksichtigt, dass Ihr bei der ganzen Geschichte sicherlich nicht drauf legt, sondern am Ende auch noch eine Marge übrig bleibt, kann man sich in etwa ausrechnen, was bei Euch das Fleisch "wert" ist, das am Ende auf dem Teller liegt", argumentiert Dominik B. gegen den erschreckend niedrigen Preis. 

Aldi Premiere

Aldi feiert nach 103 Jahren eine unglaubliche Premiere

"Ich bin kein ideologisch verblendeter Ökofaschist, aber das, was Ihr tut, ist einfach nur krank!", flucht er und redet sich weiter in Rage. Damit ist er möglicherweise nicht der erste, der Aldi so hart für die Fleischpreise kritisiert, aber er dürfte wohl der erste sein, dessen Kommentar bislang über 13.000 Mal geteilt und über 42.000 Mal geliked wurde.

Auf der Aldi-Seite wurde der Kommentar verborgen. Die Begründung ist angeblich, dass er sich nicht an die "Nettiquette" gehalten habe. Beschimpfungen seien tabu. Wobei viele spekulieren, dass man Seitens des Discounters vielleicht ganz dankbar für die etwas unsachlichen Flüche war, die einen guten Grund lieferten, den Kommentar zu verbergen. 

Doch bei der großen Resonanz bleibt dem Unternehmen nichts anderes übrig, als sich dazu zu äußern. 

Daniela Aminati

Daniel Aminati in völliger Gaga-Werbung von Aldi

"Wir wissen, dass wir als einer der führenden Discounter die Aufgabe haben, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – dies gilt nicht nur in Bezug auf Menschen und unsere Umwelt, sondern auch für den Umgang mit Tieren. Mit unserem Engagement in der branchenübergreifenden, freiwilligen Initiative Tierwohl setzen wir uns für die Förderung einer tierartgerechten und nachhaltigen Fleischerzeugung ein."

Dominik B. ist nicht überzeugt und antwortet - dieses mal mit Rücksicht auf die "Nettiquette" - erneut kritisch: "Haltet den Verbraucher nicht für blöd. Den Menschen ist das Thema offenbar viel weniger egal, als Ihr es vielleicht meint. Mit einer Initiative Tierwohl schafft Ihr weder besser Bedingungen für die Tiere, noch stellt Ihr die Transparenz her, die der Verbraucher sich wünscht und die er zurecht erwarten darf. Was ist mit Eurer Glaubwürdigkeit?"

Doch räumt Domink B. ein, dass dieses Thema nicht nur Aldi und andere Discounterketten betrifft, sondern eben auch ein Problem in der Gesellschaft und deren Konsumverhalten ist.

 
Lieblinge der Redaktion