"Armes Deutschland"-Expertin: So sehr leiden Kinder unter Armut

InTouch Redaktion

Die Dokus "Harz und herzlich" oder "Armes Deutschland: Stempeln oder abrackern" sind bei RTL II mega erfolgreich. Nun nimmt der Sender ein neues Format ins Programm.

"Armes Deutschland"-Expertin: So sehr leiden Kinder unter Armut
Foto: RTL II
  1. Darum geht es in der neuen Doku-Reihe
  2. Kein finanzieller Spielraum 
  3. Interview mit Expertin Susann Szyszka

Deutschlandweit sind 2,8 Millionen Kinder direkt von Armut bedroht. Bei „Armes Deutschland – Deine Kinder“ (Ab 09.10. um 20:15)  gibt ein Teil von ihnen Einblicke in ihren harten und entbehrungsreichen Alltag. Die Sozialreportage zeigt, was es für Kinder bedeutet, mit wenig Geld und kaum Perspektive aufzuwachsen.

 

Darum geht es in der neuen Doku-Reihe

In der neuen Doku-Reihe geht es unter anderem um die 15-jährige Laura, welche mit ihren 13 Geschwistern in einer ehemaligen Büroetage lebt. Die Familie muss mit sehr wenig Geld auskommen, da die Eltern arbeitslos sind. Und dann hat Simone auch noch den Verdacht, erneut schwanger zu sein.

 
 

Kein finanzieller Spielraum 

In "Armes Deutschland – Deine Kinder" wird auch Shakira gezeigt, welche mit ihrer arbeitsunfähig eingestuften Mutter in Köln lebt. Eine Teilzeitstelle soll die Familienkasse nun aufbessern. Und auch Oma Rita hat auch alle Hände voll zu tun: Die fünfjährige Angel und ihr vierjähriger Bruder Ti-Jay verlangen der Großmutter alles ab.

 

Interview mit Expertin Susann Szyszka

Die Produktion der Sozialreportage wurde von einer Bonner Medien- und Psychotherapeutin begleitet, die vor, während und nach den Dreharbeiten mit den Betroffenen in Kontakt stand. InTouch Online hat bei Expertin Susann Szyszka selber nachgehakt – unter anderem erzählt sie uns, wann ein Kind als arm gilt und was man gegen Kinderarmut tun kann.

Was kann man gegen Kinderarmut tun? 

Es muss ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Wir brauchen ein System, um Eltern in ärmeren Familien stärker unter die Arme zu greifen – ohne Geld. Wichtig ist eine Unterstützung und Betreuung vor Ort durch Behörden und Institutionen. 
  
Wann gilt ein Kind als arm? 

Wenn beispielsweise eine Familie weniger als 60% des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens zur Verfügung hat, gilt sie als arm. Das schließt dann auch die Kinder ein. Für eine klassische vierköpfige Familie liegt die Grenze bei 2000 Euro. 
  
Welche Konsequenzen hat Kinderarmut für Kinder? 

Die Konsequenzen sind erheblich. Die Kinder leiden oft unter Wertefehlbildung, mangelnder Bildung oder mangelnder Entwicklung – sozial wie motorisch. Die Entwicklung ist oft nicht altersgerecht. Die Folgen für das spätere Leben sind gravierend. 
  
Beschäftigt sich die Politik zu wenig mit dem Thema? 

Aus meiner Sicht schon. Wir haben deutschlandweit 2,8 Millionen armutsgefährdete Kinder, die Dunkelziffer liegt bei etwa 4,4 Millionen Kinder. Wir müssen den Fokus auf die Schwächsten legen, denn arme Kinder werden erwachsen und bekommen selber oft wiederum arme Kinder. Der Kreislauf der Armut ist nur schwer zu durchbrechen. 

"Armes Deutschland – Deine Kinder" zeigt RTL II am Dienstag um 20:15 Uhr.