Burnout: Es droht jeder 5. Mutter!

InTouch Redaktion
Burnout: Es droht jeder 5. Mutter!
Jede fünfte Mutter leidet unter Burnout.
Foto: Getty Images

Kinder erziehen, eine Vorzeige-Ehe führen und den Familienalltag organisieren: Von der Auswahl der besten Kita bis zum selbst gemachten Hackbraten am Sonntag – das Leben mit Kind und Kegel kann manchmal anstrengend sein. Ruhe und Entspannung? Vor allem für viele berufstätige Mütter Mangelware. Laut Statistik steht jede fünfte von ihnen kurz vor dem Burn-out. Der Beginn ist schleichend, die Symptome sind nur schwer zu deuten – doch wer die Anzeichen kennt, kann rechtzeitig gegensteuern.

 

Ein schleichender Prozess

In die Abwärtsspirale aus Verausgabung, Überforderung und Depression kann jeder geraten. Am häufigsten sind allerdings Menschen betroffen, die ihren Beruf lieben, sich engagieren und meist gut gelaunt sind. Oft handelt es sich um einen schleichenden Prozess – weder wir selbst noch unsere Umgebung nehmen die ersten Anzeichen wahr. Bis zur totalen Erschöpfung können Wochen oder sogar Monate vergehen.

 

Entspannung fällt schwer

Erste Signale dafür, dass etwas falsch läuft, sind meist Konzentrationsstörungen. Wir werden immer ungeduldiger, und es fällt uns zunehmend schwerer abzuschalten. Die Gedanken fahren Karussell: Was muss ich noch tun, was sollte ich anders machen, schaffe ich das, was läuft falsch? Oder wir schrecken panikartig aus dem Schlaf hoch, weil wir selbst in unseren Träumen keine Ruhe mehr finden.

 

Verdrängung durch Ablenkung

Betroffene merken zwar, dass sie eine Aufgabe überfordert und extrem erschöpft. Aber anstatt kürzerzutreten, wird noch mehr Einsatz erbracht – die Dinge sollen noch perfekter erledigt werden. Es wird versucht, den Stress zu verdrängen, um sich nicht mit dem diffusen Mix aus Ängsten, Zweifeln und Druck auseinandersetzen zu müssen. Zur Ablenkung wird exzessiv Sport getrieben, im TV gezappt, oder es werden Stunden mit Computerspielen verbracht. Nicht selten führt die Flucht auch in den Alkohol.

 

Der Körper sendet Warnsignale

Doch mit der Zeit lassen die Begeisterungsfähigkeit, Leidenschaft und auch die Libido nach. Gereiztheit, Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme und Dauerverspannungen im Rücken sowie im Schulter-Nacken-Bereich sind die ersten Vorboten mit Krankheitswert. Zusätzlich treten oft vermehrt Konflikte in der Partnerschaft auf.

 

Die Wahrnehmung verbessern

Die Lösung besteht in der Akzeptanz der eigenen Überforderung. Erst wenn wir uns bewusst werden, was mit uns geschieht, können wir gegensteuern und die Situation verändern. Die eigenen Bedürfnisse klarer zu erkennen und das Körpergefühl zu verbessern, sind die besten Strategien, um den kompletten Zusammenbruch abzuwenden. Besonders gut eignen sich hierzu Yoga, autogenes Training oder Atemübungen. Diese Achtsamkeitstechniken sorgen für Entspannung und lassen sich einfach in den Alltag integrieren. Zudem können sie leicht erlernt werden: entweder in Eigenregie via Internet oder in Kursen der Volkshochschule oder Krankenkassen (diese sind für die Versicherten sogar meist kostenlos!).

 
 

Teufelskreis Burn-out: die zwölf Phasen

Eine Erschöpfungsdepression entwickelt sich nicht bei jedem gleich. Doch meist werden ähnliche Phasen durchlaufen …

  1. Der Zwang, sich zu beweisen: Große Arbeitsbegeisterung. Man neigt dazu, sich selbst zu überschätzen.
  2. Verstärkter Einsatz: Es wird mehr Energie in die Arbeit gesteckt. Das Gefühl, unentbehrlich zu sein, wächst.
  3. Vernachlässigen eigener Bedürfnisse: Mehr Ruhe, Schlaf und Erholungsphasen werden sich nicht gegönnt.
  4. Verdrängen von Konflikten und Bedürfnissen: Unpünktlichkeit, Vergesslichkeit und Fehlleistungen nehmen zu.
  5. Umdeuten von Werten: Partnerschaft, Freundschaften und berufliche Beziehungen werden als belastend empfunden.
  6. Sozialer Rückzug: Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit treten auf. Ersatzbefriedigung bieten Alkohol, Essen, Sex.
  7. Verleugnen von Problemen: Es kommt zu deutlichen Leistungsschwächen und körperlichen Beschwerden.
  8. Verhaltensänderung: Das Denken und Verhalten wird unflexibel. Der Betroffene zieht sich immer weiter zurück.
  9. Innere Leere: Mutlosigkeit und Angst werden stark.
  10. Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit: Empfinden von Abgestorbensein und Selbstfremdheit.
  11. Depression: Dauerhafte Verzweiflung. Erste Selbstmordgedanken kommen auf.
  12. Völlige Erschöpfung: Geistige, körperliche und emotionale Müdigkeit lähmen. Die Suizidgefahr ist extrem groß.