Daniel Küblböck: Einsatzleiter verrät Details über die Suchaktion

Seitdem Daniel Küblböck Sonntagmorgen von der "AIDAluna" sprang, gibt es kein Lebenszeichen mehr von dem "DSDS"-Star. Jetzt berichtete der Einsatzleiter Major Mark Norris über die Suchaktion...

  1. Ein Wettlauf gegen die Zeit
  2. "Jeder muss das Gefühl haben, dass alles Menschenmögliche getan wurde"
  3. Jetzt übernimmt die kanadische Polizei

Vier Schiffe und zwei Flugzeuge suchten 30 Stunden eine Fläche von 4208 Quadratkilometer nach Daniel ab. Ohne Erfolg! Am Montag wurde die Rettungsmission eingestellt. „Es ist die schwerste Entscheidung, die man sich vorstellen kann“, sagte Major Mark Norris, der Einsatzleiter im Kommandozentrum des „Joint Rescue Coordination Centre“ (JRCC), der "BILD"-Zeitung. „Die Hinterbliebenen klammern sich an den kleinsten Funken der Hoffnung.“

 

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Außerdem verriet Norris, wie genau die Suchaktion abgelaufen ist: „Wir erhielten den Notruf von der ,AIDAluna‘ Sonntag um 5.30 Uhr, kurz nach dem Vorfall. Wir versuchen stets, die am nächsten gelegenen Schiffe und Flugzeuge zu mobilisieren. Deshalb war die ‚AIDAluna‘ umgekehrt, wie auch das zweite Kreuzfahrtschiff. Stunden später trafen ein Cormorant-Helikopter der Luftwaffe und danach zwei Schiffe der Küstenwache ein. Schließlich setzten wir auch ein Überwachungsflugzeug unserer Vertrags-Firma Provincial Airlines ein. Wir konzentrierten uns sofort auf die wahrscheinlichste Zone, wo Herr Küblböck hätte sein können."

Daniel Küblböck
 

Daniel Küblböck: Neue Details! So dramatisch waren die letzen Minuten an Bord

Doch die Rettungsbedingungen waren nicht die besten. Die Wassertemperatur des Atlantiks beträgt derzeit nur 9 Grad. "Chancen auf ein Überleben gibt es dann nur wenige Stunden lang. Deshalb versuchten wir, so viele Einsatzkräfte wie möglich und so schnell wie es geht in Stellung zu bringen, um bei diesem Wettlauf gegen die Zeit überhaupt eine Chance zu haben. Wenigstens war es nicht zu stürmisch und das Wetter während der gesamten Suchzeit ganz gut.“

 

"Jeder muss das Gefühl haben, dass alles Menschenmögliche getan wurde"

Nach 30 Stunden musste Major Mark Norris eine Entscheidung treffen. „Das ist immer der allerschwerste Moment bei solchen Rettungsmissionen. Wir mussten zu dem Schluss kommen, dass aufgrund der Umstände kein Überleben mehr möglich war – dabei wird die Suche um eine vielfach längere Zeit durchgeführt, als realistische Überlebenschancen bestehen. Dann gibt es auch eine Nachtsuche, für den Fall, dass das Opfer eine Taschenlampe dabei hat. Nur um sicherzugehen. Es darf hier keine Zweifel geben. Jeder Mensch ist anders und es gibt manchmal Wunder. Deshalb nehmen wir bestehende Überlebensmodelle – und multiplizieren die Zeiten", so Norris.

Daniel Küblböck
 

Daniel Küblböck: Deshalb wird er nicht für tot erklärt

Und weiter: "Jeder muss das Gefühl haben, auch die Hinterbliebenen, dass alles Menschenmögliche getan wurde. Und wir geben uns große Mühe, Kontakt zu halten mit den Hinterbliebenen, um sie über den Fortgang der Suche auf dem Laufenden zu halten und am Ende erklären zu können, warum die Rettungsoperation eingestellt wurde. Die Schiffslinie war da sehr hilfreich.“

 

Jetzt übernimmt die kanadische Polizei

Doch wie geht es jetzt nach der erfolglosen Suche weiter? „Unsere Aufgabe war der Versuch einer Rettung. Der Fall wird jetzt an die kanadische Polizei übergeben, die wird Herrn Küblböck vorerst als vermisst führen und weitere Ermittlungen durchführen. Auch die kanadische Verkehrsbehörde wird Untersuchungen über den Vorfall einleiten.“

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