David Garrett: Nach Sex-Skandal: "Ich bin vorsichtiger geworden"

Nach dem Sex-Skandal und einem schweren Bandscheibenvorfall verrät Star-Geiger David Garrett im "Closer"-Interview, wie es ihm aktuell geht.

David Garrett: Wundervolle Neuigkeiten!
Foto: Getty Images
  1. David Garrett ist in der Liebe vorsichtig geworden
  2. Der Geiger musste eine Musik-Pause einlegen
  3. David Garrett ist fast wieder fit

Vor zwei Jahren geriet die Welt von David Garrett urplötzlich ins Wanken: Ein Callgirl verklagte ihn wegen Körperverletzung und warf ihm abartige Sex-Praktiken vor. Ein Riesen-Skandal! Anfang 2018 dann der nächste grobe Rückschlag: Wegen eines Bandscheibenvorfalls musste der Musiker sämtliche Konzerte absagen. Nach seiner Zwangspause ist er nun zurück – mit neuen Einsichten und Prioritäten.

In den vergangenen Jahren hat das Schicksal Ihnen harte Prüfungen gestellt …

Auch das gehört zum Leben dazu. Man kann nicht immer nur schöne Dinge erleben. Es ist völlig normal, Krisen zu durchlaufen. Nur wer die schlechten Tage kennt, weiß die guten umso mehr zu schätzen.

Was ist Glück für Sie?

Gelassenheit zu haben, mich entspannen zu können und den Moment zu genießen. Glück ist für mich, mich zurückziehen zu können und Dinge auf mich wirken zu lassen. Wenn ich etwas gelernt habe in den vergangenen Jahren, dann, dass es das größte Glück ist, Menschen um sich zu haben, denen man absolut vertrauen kann. Menschen, bei denen ich ich selbst sein kann und die sich gleichzeitig auch vor mir nicht verstellen.

 

David Garrett ist in der Liebe vorsichtig geworden

Können Sie Menschen, die Sie neu kennenlernen, überhaupt noch einfach so vertrauen – nach den Erfahrungen, die Sie gemacht haben?

Ich bin vorsichtiger geworden. Ich habe erkannt, wie wichtig die Familie und der engste Freundeskreis sind. Ich habe ein tolles Team hinter mir. Der Zusammenhalt ist enger geworden. Ich weiß Loyalität und Freundschaft heute viel mehr zu schätzen.

Larissa Marolt David Garrett
 

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Wie genau hat sich der Bandscheibenvorfall damals zum ersten Mal bemerkbar gemacht?

Ende vergangenen Jahres konnte ich plötzlich meine linke Hand nicht mehr gut bewegen. Es fühlte sich an wie kleine Nadelstiche; die Hand machte zu. Da wurde mir schlagartig klar, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Diagnose des Arztes führte letztendlich dazu, dass ich eine längere Pause einlegen musste, um meinen Körper zu regenerieren.

Brauchten Sie eine OP?

Nein. Ich wollte mich keiner Operation unterziehen und habe mich, statt mich unters Messer zu legen, für eine längere Auszeit entschieden, um den Bandscheibenvorfall konservativ zu therapieren. Ich habe viel Physiotherapie und Rückenübungen gemacht, um mich zu meiner alten Form zurückzukämpfen. Eine OP kam für mich nie wirklich infrage.

 

Der Geiger musste eine Musik-Pause einlegen

Es muss eine große Umstellung sein, wenn der Tagesablauf vorher stets davon geprägt war, Geige zu üben. Wussten Sie während der Zwangspause immer etwas mit sich anzufangen?

Anfangs fiel mir die Umstellung tatsächlich schwer. Plötzlich hatte ich jede Menge freie Zeit zur Verfügung. Mir war streckenweise schon fast langweilig. Aber irgendwann fängt man an, sich wieder mehr mit seinem Kopf zu beschäftigen. Ich habe jeden Tag zwei Stunden Physiotherapie gemacht. Das tue ich auch heute noch. Damit ist ein Teil des Tages bereits verplant. Ich habe es genossen, endlich mal mehr Zeit für Freunde und Familie zu haben.

Wer hat sich in dieser schwierigen Phase am intensivsten um Sie gekümmert?

Meine Mutter war am meisten für mich da. Sie ist zu meinen Terminen beim Physiotherapeuten mitgekommen. Sie war so lieb, sich alle Übungen ganz genau aufzuschreiben. Zu Hause hat sie mir dann geholfen, die Übungen nachzumachen.

 

David Garrett ist fast wieder fit

Wann durften Sie die Geige zum ersten Mal wieder in die Hand nehmen?

Das war ungefähr Anfang August. Zum Glück ging es relativ zügig, dass alles wieder funktionierte. Das hat mich fast ein wenig überrascht. Ich glaube, mein Körper hatte diese Auszeit ganz einfach mal nötig – es hat auch meinem Kopf sehr gutgetan. Geige spielen ist wie Fahrrad fahren: Wenn man es einmal kann, verlernt man es nicht mehr so schnell.

Was wäre passiert, wenn Sie sich diese Auszeit nicht gegönnt hätten?

Wahrscheinlich hätte ich noch eine Weile weitermachen können wie bisher. Auf Dauer hätte jedoch die Qualität des Spiels gelitten. Und ich selbst hätte gelitten: Wenn der Körper nicht so funktioniert, wie man es gerne hätte, fühlt man sich auch im Kopf nicht wohl. Also war alles richtig so, wie es gekommen ist.

Sind die Anspannungen im Körper jetzt komplett verschwunden?

Ich habe gelernt, gewisse Verkrampfungen, die ich mir über die Jahre beim Üben zugezogen habe, zu kontrollieren. Ich übe jetzt nicht mehr so lange jeden Tag wie früher. Anstatt zwei Stunden am Stück zu arbeiten, teile ich mir das Üben in kleinere Blöcke über den Tag verteilt auf. Auch das ist Gewöhnungssache – aber ich sehe ja, dass es mir guttut. Mit wenigen Kleinigkeiten kann ich nun verhindern, dass es noch einmal so weit kommt und ich gezwungen bin, eine Pause einzulegen.