Enissa Amani: Ihre Vergangenheit war von Angst gezeichnet

Angesichts der aktuellen Flüchtlings-Debatte meldet sich nun auch Enissa Amani zu Wort. Sie selbst hat bekanntlich Migrationshintergund.

Enissa Amani
Enissa Amani: Mutige Beichte Foto: Facebook

Auch sie floh zusammen mit ihrer Familie als Kleinkind aus dem Iran nach Frankfurt am Main. Und auch sie weiß also, wie es ist, jeden Tag in ständiger Angst vor Rechtsradikalen zu verbringen.

Um die Flüchtlinge zu verteidigen, postet sie auf ihre Facebook-Seite: "Als wir endlich unsere erste kleine Wohnung hatten, erinnere ich mich, dass ich in den Nachrichten mitbekam, dass ein von Türken bewohntes Haus in Solingen von Rechtsextremen in Brand gesteckt worden war. Fünf Tote, darunter kleine Kinder. Ich erinnere mich an die panische Angst, die mich packte und meine, in kindlicher Naivität gestellte Frage, an meinen Vater, ob die bösen Menschen nur Türken hassen würden oder auch Iraner und ob dann nicht meine beste Freundin Gülfer, mit ihren Eltern bei uns schlafen sollte? Ich erinnere mich an monatelange Alpträume und das ständige Aufwachen, weil ich glaubte Feuer zu riechen“, erinnert sich Enissa an ihre schmerzliche Vergangenheit zurück.

„Ich und Millionen andere sind jetzt erwachsen und haben keine Angst mehr. Euch steht eine Armee von Menschen entgegen, mit Migrationshintergrund und ohne. Deutsche mit allen Haar und Hautfarben und kulturellen Backgrounds, mit einem Pass oder zwei, einer Heimat oder zwei, oder drei! Gewöhnt euch an die neue Welt ihr Dummköpfe!“, drückt sie ihre Wut aus. „Dieses Land hat uns aufgenommen und geschützt und wir haben dieses Land bereichert. Deutschland wäre nicht das was es ist ohne Migranten. Also seid dankbar! Seid dankbar für jeden Flüchtling, dem ihr ein Zuhause schenken dürft. Der selbe Mensch könnte in 20 Jahren Feuerwehrmann sein und dein scheiß Leben retten oder einen neuen Klassiker der deutschen Literatur schreiben und damit die Kultur deines Landes fördern.“ Damit zeigt sich die sonst so witzige Iranerin ungewohnt ernst und öffnet hoffentlich so manch einem die Augen.