Handynacken: Diese Tricks helfen gegen die neue Volkskrankheit

InTouch Redaktion
Handynacken
Foto: iStock

Orthopäden warnen: Nackenschmerzen könnten zur neuen Volkskrankheit werden. Hauptursache ist die häufige Nutzung des Smartphones...

Auf Facebook schauen, was es Neues gibt, E-Mails checken und das ewige Versenden von WhatsApp-Nachrichten und SMS – Studien zeigen, dass wir im Durchschnitt täglich drei Stunden auf unser Smartphone schauen. Der dabei meist nach unten geneigte Kopf kann dabei zum riesigen Problem werden: Denn diese Fehlhaltung belastet die Halswirbelsäule stark und führt leicht zu Nacken- und Kopfschmerzen...

 

Kräfte von mehr als einer Kiste Wasser

Unser Kopf wiegt rund fünf Kilogramm – bei gerader Wirbelsäule lastet genau dieses Gewicht auf unseren Halswirbeln. Neigen wir ihn nach unten, zieht er bereits bei einem Winkel von 30 Grad mit 18 Kilogramm an unserer Halswirbelsäule. Beim Blick aufs Handy senken viele ihren Kopf sogar um mehr als 45 Grad – dann wirken Kräfte von über 20 Kilo. Das entspricht mehr als einer Kiste Wasser!

 

Gereizte Nerven und Verschleiß

Knicken wir den Hals oft und lange nach unten, werden Muskeln, Sehnen und Bandscheiben im Schulter-Nacken-Bereich erheblich strapaziert. In erster Linie führt die Fehlhaltung zu Blockaden in der Halswirbelsäule. Um diese auszugleichen, spannt sich die Nacken-Muskulatur an. Sie wird dicker, verhärtet und drückt schließlich auf die Nerven – autsch! Durch die Dauerbelastung können zudem die kleinen Wirbelgelenke der Halswirbelsäule vorzeitig verschleißen. Das heißt, die Knorpelschicht zwischen den Wirbeln löst sich auf, und die blanken Knochenenden reiben aufeinander. Das schmerzt ebenfalls!

 

Computer & Co. verschlimmern die Lage

Eine weitere Bedrohung für den Nacken – aber auch für den gesamten Rücken – besteht in der oft stundenlangen starren Haltung, die wir bei der Nutzung von Computern und Tablets einnehmen. Sie kann früher oder später zu einem Rundrücken bzw. Buckel führen.

 

Muskeln aufbauen gegen den Handynacken

Um unschöne Haltungsschäden zu vermeiden, sollten wir so viel abwechslungsreiche Bewegung wie möglich in unseren Alltag einbauen. Der beste Schutz vor Verspannungen und Schmerzen ist jedoch eine gut trainierte Rückenmuskulatur, denn sie stabilisiert die Wirbelsäule. Dadurch werden Knochen, Sehnen, Bänder und Bandscheiben weniger belastet.

So vermeiden wir Fehlhaltungen

  • Das Smartphone möglichst auf Augenhöhe halten. Sonst lieber den Blick senken als den Kopf!
  • Den Rücken im Sitzen schonen! Müssen wir im Job lange am Schreibtisch arbeiten, sollten wir auf viel Dynamik achten. Das heißt: die Sitzposition möglichst oft wechseln und zwei- bis dreimal pro Stunde aufstehen und umhergehen.
  • Zwischendurch Lockerungsübungen machen: Schultern nach vorne und hinten kreisen. Den Kopf sanft von rechts nach links drehen, zwischendurch immer mal wieder vorsichtig zur linken und zur rechten Schulter neigen, bis wir ein leichtes Ziehen in der Halswirbelsäule spüren. Dann den Hals nach oben strecken und dabei die Schultern senken.
  • Um die Muskeln zu stärken, mindestens ein- bis zweimal in der Woche Sport treiben. Ideal sind Krafttraining, Pilates oder Schwimmen. Doch jede Art der Bewegung ist besser als gar keine.
  • Ist der Rücken grundsätzlich ein Schwachpunkt, kann sich auch der Besuch einer sogenannten Rückenschule (Physiotherapie-Praxis) lohnen: Hier werden nicht nur die Rückenmuskeln trainiert. Weitere Kursinhalte sind Entspannung, Stressbewältigung und Körperwahrnehmung. Damit werden auch Risikofaktoren für die Chronifizierung von Rückenschmerzen gesenkt. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die Teilnahme.