Jürgen Drews: Abschied von der Bühne?

InTouch Redaktion
Verabschiedet sich Jürgen Drews von der Bühne?
Foto: Getty Images

Jürgen Drews (72) geht zum ersten Mal auf Deutschland-Tournee - und das, obwohl er bereits seit mehr als 50 Jahren im Musik-Geschäft ist. Bei seiner "Es war alles am besten Tour 2018" (März bsi Oktober) spielt der 72-Jährige Songs von seinem aktuellen Album "Drews feat. Drews - Die ultimativen Hits von Jürgen Drews".

Wie der Name schon sagt, hat der "König von Mallorca" seine Klassiker für CD und Tour noch einmal neu produziert. Aber wieso überhaupt die Auftritte in ganz Deutschland? Will Jürgen Drews sich mit den Konzerten etwa mit einem großen Fest von seinen Fans verabschieden?

Das hat der Schlager-Star im InTouch-Interview verraten.

Jürgen Drews auf dem Album-Cover von "Drews feat. Drews - Die ultimativen Hits von Jürgen Drews"
Jürgen Drews auf dem Cover seines Albums "Drews feat. Drews - Die ultimativen Hits von Jürgen Drews".

InTouch: Sie touren jetzt durch Deutschland. Keine Lust mehr auf Malle?

Jürgen Drews: Doch. Mallorca macht mir noch immer Spaß, sonst würde ich es nicht machen. 

Wieso gehen Sie dann überhaupt wieder auf Tournee?

Ich habe Ramona unveröffentlichte Auftritte von den "Les Humphries" (Anm. d. Red.: Jürgen Drews war in den 1970er Jahren Mitglied der Band "Les Humphries Singers" in den USA) gezeigt. Die fand sie toll und sagte: "Es weiß gar keiner, dass du ein richtiger Musiker bist." Und dann hat sie mich überzeugt als sie fragte: "Wie lange willst du noch warten, bis du wieder mit einer Band auftrittst?"

Nach einer kurzen Diskussion war mir klar: Sie hatte Recht. Genauso wie meine Managerin. Ich bin froh, dass ich mich von Ramona und meiner Managerin dazu überreden lassen habe, die LP und die Tour zu machen.

„Es war alles am besten Tour“ – klingt so nach Abschied… Hören Sie auf?

Nein. Der Titel "Es war alles am besten" ist entstanden, weil alles, bei dem ich mir eigentlich gar nicht so sicher war, am Ende einfach am besten war! Ich wollte nicht unbedingt mit den "Les Humphries" auftreten damals, ich wollte nicht unbedingt "Ein Bett im Kornfeld" machen, nicht unbedingt "König von Mallorca" singen.

 

Jürgen Drews: "Schlager war quasi ein Schimpfwort"

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Sie wollten eigentlich gar keinen Schlager machen?

Heute finde ich Schlager tierisch geil! Das ist Party! Aber es gab eine Zeit, da war das anders: Ich bin der Sohn von nem Arzt – war immer ein Sonnenschein, dann kam ich in die Pubertät und wurde zum halben Autisten. Ich war vorurteilsbeladen, hatte Hemmungen und niemand wusste, woher das kommt. Mein Vater und meine Mutter haben die Welt nicht mehr verstanden und was mit mir los war auf einmal. Ich hatte Vorurteile gegen alles, was deutsch war. Schlager war quasi ein Schimpfwort bei uns auf der Schule.

Und wie sind Sie dann doch noch zur Musik gekommen?

Mein Vater hat dann das Richtige gemacht: Er hat mir in Absprache mit meiner Mutter einen Gitarrenlehrer vorbeigeschickt als ich 13 Jahre alt war. Als der Banjo-Spieler vom meinem Gymnasium dann damals sein Abitur gemacht hatte, brauchten sie einen neuen. Da hat er mich zum Vorspielen dort hingeschickt und dann war ich Banjo-Spieler in der Jazz-Band. Es ist alles durch die Bühne weggegangen. Das war alles am besten!

Auf der Bühne therapiere ich mich heute noch. Da bin ich ein Feier-Typ, sonst aber nicht. Im Privaten bin ich ein Typ, der nicht viel sagt und eher schweigt und genießt.

Wie ist aus Jazz und Banjo schließlich Schlager geworden?

Ich konnte nach meiner Zeit in den USA meinen Schweinehund nicht überwinden und zurück auf die Uni gehen. Für das Medizin-Studium war ich zu alt. Darum habe ich mir einen Kompromiss überlegt – und das war das „Bett im Kornfeld“. Ich habe zum ersten Mal deutsch gesungen. Damals war es nur eine Notlösung, gefiel mir zwar, aber mehr auch nicht - heute ist es für mich das Geilste überhaupt.

 

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Trotzdem haben Sie einige Songs für Album und Tour neu produziert. Gefallen Ihnen die alten nicht mehr?

Man hat ja immer wieder neue Ideen. Es macht mir einen tierischen Spaß, Schlager zu singen. Die Zeiten haben sich verändert. Man muss sich nicht mehr schämen, wenn man deutschen Schlager singt. Früher war das ja so. Früher war es sehr schnullig angehauchter Schlager zum größten Teil. Aber heute gibt es so geilen deutschen Schlager und keine Vorurteile mehr.

Was wird es bei Ihren Konzerten alles zu sehen geben?

Zweieinhalb Stunden Musik. Kein Vorprogram. Keine anderen Musiker als Gast. Einen ganzen Bläsersatz, zwei Tänzerinnen, die auch singen. Außerdem: Pop, Rock, Party und ich spiele sogar wieder auf dem Banjo. Ums mir nochmal zu geben spiele ich noch ein Heavy Metal-Solo, ganz kreischig. Das endet dann in einer ganz sanften, ganz smoothen Version von "Satisfaction". Das kennt jeder.

Planen Sie danach noch eine weitere Tour?

Ich gucke auch nicht in die Glaskugel. Wenn ich Lust habe mach ich‘s, wenn nicht, nicht. Zum Glück bin ich in der Situation, dass ich mir das leisten kann.