Kleine Wunden heilen: Das brauchen Verletzungen wirklich

InTouch Redaktion
Kleine Wunden behandeln
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Salbe oder Gel? Pflaster oder keins? Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, was Verletzungen wirklich brauchen.

Jede Wunde bietet eine Angriffsfläche für Keime. Gelingt es diesen, unsere Immunabwehr zu überwinden, drohen Entzündungen und schlimmstenfalls eine Blutvergiftung (Sepsis).

Die Fähigkeit unseres Körpers, Wunden aus eigener Kraft zu heilen, ist unsere Lebensversicherung. Doch was können wir tun, um den Prozess bestmöglich zu unterstützen?

 

Heilprozess fördern

Mediziner empfehlen, kleinere Verletzungen unter fließendem Wasser auszuspülen. Und auch wenn wir es als Kinder meist so gehandhabt haben: Wunden sollten nicht einfach an der Luft trocknen. Denn unter der sich bildenden Kruste können Bakterien prächtig gedeihen. Klinischer Standard ist heute, eine Verletzung feucht zu halten und mit einem Pflaster abzudecken. Nur so ist sie vor Schmutz und Krankheitserregern geschützt. Unter Experten gilt dieses Prinzip der feuchten Wundheilung heute als Goldstandard. Mit der Entwicklung sogenannter Hydrogele ist es Medizinern gelungen, den Wundheilungsprozess noch weiter zu verbessern. Hydrogele zeichnen sich durch einen besonders hohen Feuchtigkeitsgehalt aus. Mit einem speziell entwickelten hydroaktiven Wundheilungsgel, das zusätzlich Zink, Eisen und pflegende Öle enthält, konnte in aktuellen Studien eine besonders gute Wirksamkeit nachgewiesen werden (Prüfpräparat: „Medigel“, rezeptfrei in Apotheken). Zink und Eisen optimieren das sogenannte Wundklima, die Umgebungsbedingungen für den Heilungsprozess. So werden Krankheitserreger unschädlich gemacht, die sich neu bildenden Gewebezellen geschützt und unschöne Narben vermieden.

 

Die Wunde atmen lassen

Der große Vorteil eines modernen Hydrogels gegenüber herkömmlichen Wundsalben: Die Anwendung ist in jeder Phase der Heilung möglich, also auch auf einer frisch entstandenen Verletzung. Durch seine Zusammensetzung ist es durchlässig für Sauerstoff und lässt die Wunde atmen. Zwei Millimeter dick aufgetragen, kühlt das Gel die Verletzung, verklebt sie nicht und stellt so sicher, dass sich neue Zellen zum Wundverschluss bilden können. Auch bei der Wahl des Pflasters setzen Hautärzte auf atmungsaktive Materialien. Diese schließen den Wundbereich nicht komplett dicht ab, dadurch kann Hautfeuchtigkeit entweichen. Ideal sind Pflaster mit einer silberhaltigen Wundauflage. Ihr Vorteil: Sie verkleben nicht mit der verletzten Haut und wirken zusätzlich antibakteriell.

 

Drei Experten-Tipps für kleine Wunden und Verletzungen

  • An der Luft heilen lassen – warum halten Sie von diesem Rat nichts?

An sich stimmt es ja: Die sich neu bildenden Hautzellen benötigen unbedingt Sauerstoff. Hinter dem Luft-dran-Ratschlag steckt aber die Idee, die Wunde austrocknen zu lassen. Und das ist völlig kontraproduktiv. Besser sind atmungsaktive Pflaster.

  • Was unterscheidet dieses Pflaster von anderen?

Es sichert die Wunde nicht nur nach außen, sondern stellt sicher, dass Sauerstoff an die Haut gelangt. So können sich wesentlich leichter neue Zellen bilden und miteinander vernetzen. Gleichzeitig wird die sich nachbildende Haut besser mit Nährstoffen, Wachstumsfaktoren und Enzymen versorgt. Dadurch vernarbt das Gewebe nicht so stark.

  • Lässt sich der Heilungsprozess noch zusätzlich fördern?

Wichtig ist, das sogenannte Wundklima zu optimieren, unter dem Pflaster also einen pH-Wert zu erreichen, der die Verletzung bestmöglich heilen lässt. Dazu eignen sich am besten spezielle Wundgele, die Zink, Eisen, Vitamin E und pflegende Öle enthalten. Ein Gel erleichtert auch den Wechsel des Verbands, weil dieser nicht mit der Wundoberfläche verkleben und sie beschädigen kann.

 

Sepsis: die Gefahr im Blut

Unter Ärzten gilt die Blutvergiftung als Wolf im Schafspelz: Sie ist ein medizinischer Notfall. Da ihre Symptome – Gliederschmerzen, Unwohlsein, Fieber – zu Beginn jedoch den Beschwerden einer harmlosen Erkältung ähneln, wird die Sepsis oft nicht erkannt. Deshalb gehört sie zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Wichtig: Spätestens wenn das Fieber schnell steigt und Schüttelfrost, Herzrasen, schneller Puls oder starke Atemnot hinzukommen, sofort den Notarzt rufen! Handelt es sich tatsächlich um eine Sepsis, verabreicht der Arzt in der Regel ein Breitband-Antibiotikum. Damit kann er schwere Folgen wie einen Kreislaufkollaps oder Organversagen verhindern.

 
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