Newtopia: Riesenpanne entlarvt den Fake

Über die Echtheit von Reality-TV Formaten wird immer wieder diskutiert. In vielen extremen Fällen fragt sich manch einer sicher: "Sind die wirklich so?"

Gerade bei "Newtopia" wird erneut viel wert auf Authentizität gelegt.

"Newtopia" - Experiment oder doch nur Scripted-Reality?
"Newtopia" - Experiment oder doch nur Scripted-Reality? Foto: sat.1

Doch mitten in der Nacht taucht im Camp jemand auf, der da eigentlich nichts zu suchen hat. Um 2 Uhr gibt es eine Besprechung mit einer Executive Producerin. Dumm nur, dass der Livestream alles dokumentiert. Hat man an diese Kamera nicht gedacht?

Das Rauchverbot in der Scheune wird kurzerhand außer Kraft gesetzt, es gibt einen Kasten Bier. Dann wird über einen Eingriff der Produktion geredet, der unter den Kandidaten offenbar für Verwirrung sorgte. Andre, Derk, Diellza und Peyman seien am Vorabend für eine gute Stunde im Technikraum verschwunden. Die anderen Teilnehmer waren irritiert, lauschten an der Tür.

Im Laufe des nächtlichen Gesprächs mit der Executive Producerin kristallisierte sich heraus, dass es im Technikraum offenbar Regieanweisungen beziehungsweise "Wünsche der Produktion" gegeben habe. Die Kandidaten mögen doch bitte mehr Spannung ins Camp bringen. Es wurde ihnen wohl auch nahegelegt, die Kühe zu verkaufen und aus der Scheune ein Restaurant zu machen.

Hans ist sauer, dass nur einige Kandidaten eingeweiht waren und selbst unter den Bewohnern unklar ist, ob es die Ideen der Kandidaten selbst, oder der Produktion seien.

Dann, nach etwa 50 Minuten, die die Glaubwürdigkeit des Formates schwer beschädigen, bricht der Livestream ab. Der Fehler mit der noch laufenden Kamera wurde wohl bemerkt.

Sat.1 entschuldigt sich derweil für diesen Fauxpas. Allerdings geht es dabei nicht darum, dass in die Handlung eingegriffen wurde, sondern für das nächtliche Klärungsgespräch. "Diese Aktion war nicht mit dem Sender SAT.1 abgesprochen. Trotzdem entschuldigen wir uns aufrichtig dafür", heißt es. Der Sender bezieht sich obendrein explizit darauf, dass die Produzentin betrunken gewesen sei und das immerhin selbst von sich gesagt habe.

Das ändert jedoch nichts daran, dass im Vorfeld vier der Kandidaten in einem Technikraum sowas wie Regieanweisungen erhalten haben.