Tim Mälzer: Angst um seine Gesundheit

04.12.2017 > 14:16

Er ist für seine Kochkünste genauso wie für sein loses Mundwerk bekannt. Und auch im "Closer"-Interview nimmt Tim Mälzer (46) kein Blatt vor den Mund. Der TV-Koch spricht über seinen ungesunden Lebensstil, seine Angst zu versagen und die Beziehung zu seinem Hamburger Kollegen Steffen Henssler

Sie haben vor 15 Jahren mit dem Restaurant „das weisse haus“ in Hamburg begonnen, und keiner hat an Ihren Erfolg geglaubt. Wie geht man damit um?

Ich habe Gott sei Dank eine gesunde Arroganz, und daher interessiert es mich nicht, was andere Leute sagen. Gerade dann will ich es ihnen beweisen! Das war auch so, als ich meine erste Sendung „Schmeckt nicht, gibt’s nicht“ bekam. Da hat die Senderchefin gesagt: „Der Typ gehört nicht ins Fernsehen, der gehört in den Knast!“ Woraufhin ich gesagt habe: „Okay, aber wenn ich in den Knast gehe, dann mache ich von da aus meine Kochshow!“

Seitdem sind 14 Jahre vergangen...

Ja, mein Erscheinungsbild hat sich immer noch nicht wesentlich verbessert – eher verdoppelt (lacht). Ich esse total unregelmäßig und ungesund. Meine Ernährung ist wirklich katastrophal, weil ich häufig noch nachts kalorienreiches Essen zu mir nehme.

 

Tim Mälzer geht mit seinem Gewicht entspannt um

Stört Sie denn Ihr Gewicht?

Ich kokettiere gerne damit! Ich bin Kulinariker. Ich versuche, Emotionen und Lebenswelten zu erzeugen und kein Ernährungsberater zu sein. Daher gehe ich offen mit meiner veränderten Körper- und Altersstruktur um. Ich bin keine 20 mehr – und da gehört Ächzen und Stöhnen nun mal dazu. Darum habe ich kürzlich auch meinen Ford Mustang verkauft, weil das Ein- und Aussteigen einfach nicht mehr so locker-flockig ging wie damals. Man muss nur die Eier haben, auch dazu zu stehen.

Wie halten Sie sich denn fit?

Ich hatte bis vor zwei Wochen einen Fitnesstrainer, aber habe leider einfach keine Zeit mehr. Der erste hat übrigens lustigerweise gekündigt... Generell herrscht bei mir schon ein Bedürfnis nach Fitness.

Tim Mälzer

Tim Mälzer: Katastrophale Neuigkeiten

Sie moderieren mittlerweile auch Prime-time-Kochsendungen. Könnten Sie sich auch vorstellen, Unterhaltungsshows zu moderieren?

Ich bin kein klassischer Entertainer, der abseits der Welt des Kochens nur reine Unterhaltung macht. Ich brauche Materialien, die ich anfassen kann – weil ich mich sonst unsicher fühle. Beim Witzigsein auf Kommando tue ich mich genauso schwer wie jeder andere auch. Die einzige Sendung, die ich mir zugetraut hätte zu moderieren, wäre „Wetten, dass ..?“ gewesen. Weil ich Menschen mag.

 

Sein Temperament hat Tim Mälzer nicht immer unter Kontrolle

Aber Sie fluchen ja auch gerne...

Ist das so? (Lacht.) Ich glaube, das steckt in jedem drin, der irgendetwas versucht zu erreichen – aber dann scheitert. Das ist, glaube ich, meiner Leidenschaft und meinem Ehrgeiz geschuldet. Ich kann es manchmal einfach nicht wahrhaben, dass mir etwas nicht gelingt. Dann brauche ich ein Ventil – und dabei kommen gelegentlich ein paar F-Wörter aus mir heraus.

Gerade in Ihrer Sendung „Kitchen Impossible“ werfen Sie nur so mit Schimpfwörtern um sich...

...und da sind schon jede Menge rausgeschnitten! Und das auch nur, um mich noch einigermaßen sympathisch darzustellen! (Lacht.)

Haben die Senderchefs da nicht mal versucht, Sie zu maßregeln?

Das Schöne ist ja, das sind Emotionen! Ich liebe dieses Format: Ich fahre morgens zum Flughafen, weiß nicht, in welches Land ich fliege und was mich dort erwartet. Der Erfolg des Formats besteht darin, dass man uns dabei zusieht, wie wir versuchen, etwas zu erreichen, was aber faktisch unmöglich ist. Wir lassen dort die Hosen runter und geben uns der Lächerlichkeit preis. Da sind wir nicht immer happy – und da können die Emotionen schon mal mit uns durchgehen und Schimpfwörter rausrutschen. Das ist eben echt!

Wäre denn „Schlag den Mälzer“ ein Format für Sie gewesen?

Nein! Aber ich finde, es ist ein wirklich tolles Format für Steffen Henssler. Das war die richtige Wahl, aber zugleich auch brutal mutig. Wenn es jemanden im deutschen TV gibt, der Ehrgeiz hat, dann ist es Steffen. Wenn die Sendung sich mehr auf ihn und seine Fähigkeiten einstellen würde und nicht nur der Austausch des Hauptprotagonisten stattgefunden hätte, dann ist das eine Sendung, die wir noch lange sehen werden.

 
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