Unerfüllter Kinderwunsch: So klappt es mit dem Babyglück

InTouch Redaktion
Unerfüllter Kinderwunsch
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Warum werde ich nicht schwanger? Wenn der Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht, kann das verschiedene Gründe haben.

Und wieder ein negativer Schwangerschaftstest: Für viele Paare bedeutet ein unerfüllter Kinderwunsch eine Zerreißprobe für die Nerven. Wenn nach einem Jahr ungeschütztem Sex noch keine Schwangerschaft eingetreten ist, spricht man aus medizinischer Sicht bereits von Unfruchtbarkeit – betroffen ist etwa jedes siebte Paar in Deutschland.

Doch die Situation ist nicht aussichtslos. Wichtig ist, unterschiedliche Ursachen in Betracht zu ziehen und gegebenenfalls ärztlich abklären zu lassen.

 

Mögliche Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches

Das Körpergewicht

Ein zu hoher Fettanteil im Körper bringt den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht. Insbesondere das Fettgewebe am Bauch ist für einen Anstieg des weiblichen Hormons Östrogen verantwortlich. Er kann bei der Frau für Zyklusstörungen und beim Mann für eine verminderte Qualität des Spermas sorgen. Auf der anderen Seite hat auch Untergewicht einen negativen Effekt auf die Fruchtbarkeit – vor allem bei Frauen. Eine unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutung ist ein Hinweis. Doch der Eisprung kann auch bei einer regelmäßigen Periode ausbleiben. Deshalb ist es nicht immer zu bemerken, wenn die Hormone aus der Balance geraten.

Alltagssünden

Rauchen senkt die Chance auf eine Schwangerschaft bei der Frau um 30 bis 40 Prozent. Auch die Spermien werden durch Zigarettenrauch geschädigt – nach einem Rauchstopp dauert es etwa zwei bis drei Monate, bis die Auswirkungen der Giftstoffe verschwunden sind. Einen ähnlich negativen Effekt hat der regelmäßige Konsum von Alkohol (mehr als ein Viertelliter Bier oder ein Achtelliter Wein am Tag). Neueste Studienergebnisse zeigen darüber hinaus, dass auch der Verzehr von viel Zucker die Empfängnis-Wahrscheinlichkeit verringert – um bis zu 30 Prozent bereits nach nur einem Glas Limonade (enthält im Durchschnitt sechs Stück Würfelzucker) pro Tag!

Stress

Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass permanente Anspannung zu einer verringerten Fruchtbarkeit beiträgt. Während es bei Männern vorrangig Sorgen und Kummer nach belastenden Lebensereignissen sind, scheint bei Frauen jede Form von Stress einen negativen Einfluss zu haben.

Vorerkrankungen

Wer unter Asthma leidet, sollte darauf achten, dass er medikamentös gut eingestellt ist. So geben aktuelle Studienergebnisse Hinweise, dass die Behandlung mit kurzwirksamen Bedarfsmedikamenten (Reliever) die Fruchtbarkeit bei Frauen mindern kann. Hingegen zeigte die dauerhafte Einnahme von langwirksamen Asthma-Medikamenten (Controller) keine negativen Auswirkungen. Auch andere Medikamente sind dafür bekannt, dass sie die Empfängnis-Wahrscheinlichkeit beeinflussen, z. B. Immunsuppressiva, Antidepressiva oder Neuroleptika. Am besten ebenfalls mit dem Arzt abklären.

Besonders wichtig ist außerdem die Kontrolle der Schilddrüsenhormone. Denn sie haben einen starken Einfluss auf den weiblichen Zyklus. Eine Reihe möglicher Ursachen liegt schließlich auch bei der Funktion der Geschlechtsorgane. Der Gynäkologe bzw. Urologe kann feststellen, ob die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft bei Frau und Mann gegeben sind (s. Kasten).

 

So kann der Kinderwunsch in Erfüllung gehen

  • Mittelmeer-Küche: Studien haben gezeigt, dass mediterrane Kost die Empfängnis-Wahrscheinlichkeit von Frauen erhöhen kann. Dazu zählen täglich frisches Obst und reichlich Gemüse, Nüsse, pflanzliche Öle (z. B. Oliven- oder Leinöl) sowie zwei- bis dreimal pro Woche Fisch (z. B. Lachs oder Hering).
  • Der richtige Zeitpunkt: Pro Zyklus reift eine Eizelle heran, die ab dem Eisprung für 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig ist. Doch das Zeitfenster für die Zeugung eines Kindes ist größer: Denn Spermien können bis zu fünf Tage lang im Eileiter der Frau überleben. Die Chance, schwanger zu werden, ist am Tag des Eisprungs und an den beiden Tagen davor am größten. Spezielle Fruchtbarkeitstests aus der Apotheke zeigen an, an welchen Tagen Paare mit Kinderwunsch unbedingt einen Versuch wagen sollten.
  • Boxershorts bevorzugen: Wärme verringert die Spermien-Qualität. Daher sollten Männer auf ein enges Beinkleid verzichten und stattdessen weite Boxershorts und Hosen tragen. Untersuchungen zeigten, dass bereits nach 20 Tagen in extrem enger Unterwäsche die Zahl gesunder und aktiver Spermien sinkt. Dieser Effekt ist zum Glück vorübergehend – bis die Spermienproduktion wieder optimal ist, vergehen im Schnitt 73 Tage.
 

So hilft der Facharzt Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch

Frauen mit Kinderwunsch sollten ihrem Gynäkologen unbedingt mitteilen, dass sie versuchen, schwanger zu werden. Dann kann dieser im Vorfeld wichtige Untersuchungen vornehmen: Zum einen wird der Menstruationszyklus auf Unregelmäßigkeiten hin überprüft. Blut- und Urintests geben Aufschluss über den Hormonstatus bzw. mögliche Infektionen. Außerdem können körperliche Untersuchungen (z. B. per Ultraschall) Veränderungen an Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken sichtbar machen. Beim Mann überprüft der Urologe in erster Linie die Menge und Beweglichkeit der Spermien.

Künstliche Befruchtung: Funktioniert der natürliche Weg nicht, kann eine künstliche Befruchtung den Elterntraum erfüllen. Die Kosten für Diagnose und Hormontherapie tragen die Krankenkassen. Außerdem werden bis zu drei künstliche Befruchtungen anteilig bezahlt. Bedingung: Das Paar muss verheiratet und darf höchstens 40 Jahre (Frau) bzw. 50 Jahre (Mann) alt sein.

 
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