Unser Kino-Tipp zum 24.11.2011: "Der Gott des Gemetzels"

Darum geht es in "Der Gott Des Gemetzels": Es beginnt ganz harmlos: Zwei elfjährige Jungen prügeln sich auf dem Spielplatz, einem der beiden werden dabei ein paar Zähne ausgeschlagen. Die Eltern des "Opfers", Penelope und Michael (Jodie Foster und John C.

Unser Kino-Tipp: "Der Gott des Gemetzels" ab dem 24.11.2011 im Kino
Foto: Constantin Film Verleih

Reilly), haben die Eltern des "Täters", Nancy und Alan (Kate Winslet und Christoph Waltz), eingeladen, um den Vorfall wie vernünftige Menschen zu besprechen. Was als friedlicher Austausch über Zivilisation, Gewalt und die Grenzen der Verantwortlichkeit beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem Streit voller Widersprüche und grotesker Vorurteile. Und schließlich läuft die Situation völlig aus dem Ruder: Vier Erwachsene geraten aus der Fassung. Brutal und rücksichtslos werden Grenzen überschritten, provoziert und schließlich deutlich, dass sie alle hinter ihrer zivilisierten Maske einen "Gott des Gemetzels" anbeten. Auf dem Schlachtfeld dieser Tragikomödie versinkt am Ende nicht nur ein Handy in der Tulpenvase...

Zum Film: Unser Kino-Tipp "Der Gott Des Gemetzels" beruht auf dem erfolgreichen, gleichnamigen Theaterstück von Yasmina Reza. Der Film ist mit einem fast reinen Oscar-Ensemble gedreht: Regisseur Roman Polanski (Oscar für "Der Pianist") hat eine exzellente Besetzung um sich geschart: Jodie Foster (Oscars für "Angeklagt" und "Das Schweiger Der Lämmer"), Kate Winslet (Oscar für "Der Vorleser"), Christoph Waltz (Oscar für "Inglorious Basterds") und John C. Reilly (Oscar-Nominierung für "Chicago"). Für die Kamera ist Pawel Edelman verantwortlich (Oscar-Nominierung für "Der Pianist"), das Szenenbild gestaltete Dean Tavoularis (Oscar für "Der Pate 2"), die Kostüme Milena Canonero (Oscars für "Barry Lyndon", "Die Stunde Des Siegers" und "Marie Antoinette") und die Maske Didier Lavergne (Oscar für "La Vie En Rose"). Würden Kabelträger einen Oscar bekommen, sicher wären auch da nur die Besten engagiert worden...

Unser Fazit: Unser Kino-Tipp basiert auf einem Theaterstück und das merkt man dem Film auch an: Die ganze Zeit haben wir die gleichen vier Schauspieler an ein und demselben Ort, in der Wohnung von Penelope und Michael. Aber langweilig wird es dort auf keinen Fall: Nicht nur die Geschichte fesselt einen - wie diese zivilisierten Menschen in ihrer Rage immer unzivilisierter werden (bis schließlich eine(r) quer durch den Raum kotzt) - sondern auch die Schauspieler. Jede Mimik, jede Gestik sitzt perfekt und fängt einen ein. Ab ins Kino!