"Club der roten Bänder": Die wahre Geschichte hinter der Erfolgsserie

Club der roten Bänder“ war der Überraschungserfolg des Jahres. Die Geschichte der sechs kranken Teenager rührte Millionen Zuschauer im deutschen TV zu Tränen.

Albert Espinosa besucht das Set von "Club der roten Bänder"
Foto: VOX/Martin Rottenkolber

Die Adaption der katalanischen Serie „Polseres vermelles“ erzählt die wahre Geschichte des Drehbuchautors Albert Espinosa. Die Serie beruht auf seinem Buch „Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt“. Zehn Jahre kämpfte er selbst gegen den Krebs. Es wurde ihm sogar ein Bein abgenommen. Heute blickt er auf seinen langen Krankenhausaufenthalt positiv zurück. „Ich war glücklich mit dem Krebs. Diese Zeit gehört zu den schönsten meines Lebens“, schrieb er in seinem Buch.

Albert Espinosa
Albert Espinosa

In jeden der sechs Charaktere der Serie hat er vier oder fünf Kinder eingebracht, die er kannte. Für ihn war es einfach zu schwierig über einen bestimmten Freund zu sprechen, deswegen hat er mehrere in einer Person vermischt. Viele seiner Freunde sind während der Zeit gestorben.

Wie er mit den ganzen Schicksalsschlägen umgegangen ist, erzählt er im Gespräch mit VOX: „Ich habe das Gefühl, dass Verluste immer Gewinn sind: Als ich mein Bein verloren habe, habe ich einen Stumpf dazugewonnen. Ich habe eine Lunge verloren und ich habe gelernt, dass man mit einer Hälfte trotzdem weiterleben kann.

Das rote Band von seiner ersten OP hat der 42-Jährige behalten. „Es symbolisiert, was ich alles erlebt habe“, sagt er. Hollywood-Legende Steven Spielberg wollte ihm das Band abkaufen, doch er lehnte ab.

Alberts Espinosas Geschichte berührt die ganze Welt. In Spanien haben sich die Besuche auf Kinderstationen wegen der Serie sogar um 40 Prozent erhöht. „Ich habe das Gefühl, dass sich das Leben von vielen Menschen verbessert, wenn man diese Geschichte erzählt. In Italien hat mir mal ein Kind gesagt, dass seine Helden keine roten Umhänge tragen, sondern rote Bänder.

Etwa 10.000 Mails bekommt der Autor am Tag. Menschen berichten ihm, wie sehr die Serie ihnen Mut gemacht hat. „Mich macht es stolz, das ich meine Erfahrungen in etwas verwandeln kann, dass den Menschen hilft“, erzählt er.